Zurzibiet
Der Gemeindeverband ZurzibietRegio sucht die Ursachen der Abwanderung

Das Angebot an Arbeitsplätzen lässt in der Region zu wünschen übrig. Dies ist das herausragende Fazit der ersten regionalen Wegzügerbefragung.

Andreas Fretz
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Wieso ziehen die Leute weg vom Zurzibiet? (Archivbild)

Wieso ziehen die Leute weg vom Zurzibiet? (Archivbild)

Paul Abt

Der Gemeindeverband ZurzibietRegio hat zwischen Juli und Dezember 2015 eine Wegzügerbefragung in 25 Gemeinden der Region durchgeführt. 224 Personen haben den Fragebogen ausgefüllt, was einer Beteiligung von knapp 40 Prozent entspricht. Gute Noten erzielt das Zurzibiet beim Gesundheitsangebot, bei der Qualität der Wohnlage, der Naherholung und – erstaunlicherweise – auch bei der Anbindung an die Systeme des öffentlichen und privaten Verkehrs. «Unzufrieden sind die Befragten dagegen mit den Einkaufsmöglichkeiten, dem Arbeitsplatzangebot und dem Ausländeranteil», wie Bruno Hofer, Geschäftsleiter von ZurzibietRegio, ausführt.

Auslöser für die Befragung bildete die Beobachtung, dass in Teilen des Zurzibiets eine Abwanderung stattfindet. Deshalb hatte sich der Gemeindeverband zum Ziel gesetzt, den Gründen auf die Spur zu kommen. Ferner ging es darum, herauszufinden, wohin die Wegzüger ziehen und wie sie die Standortfaktoren jener Gemeinde beurteilen, der sie den Rücken kehren.

Junge und Männer gehen

Unter den Wegzügern finden sich mehr Männer als Frauen, es sind vor allem junge Personen und sie wohnten in kleinen Haushalten. Ein Drittel der Wegzüger verbleibt im Zurzibiet. Es findet also eine gewisse Binnenwanderung statt. Wenn man nun die Frage stellt, aus welchen Gemeinden wohin gezogen wird, dann ist das Bild weniger eindeutig. Es gibt nicht eindeutige Wegzugsgemeinden und solche, in die alle hinziehen würden. Oft ist es sogar so, dass gewisse Gemeinden schlicht und einfach eine grosse Fluktuation aufweisen. Viele ziehen weg, aber auch viele ziehen hin.

Zwei Drittel jener, die ihre Wohngemeinde verlassen, kehren aber auch der Region Zurzibiet wirklich den Rücken zu. Diese Wegzüger verlassen den Bezirk Zurzach definitiv. Wohin gehen sie aber nun? Viele gehen nach Baden und Brugg, ziehen also in Gebiete mit grösseren Zentrumsfunktionen, in die Nähe einer Agglomeration. Jede zehnte Person zieht es hingegen nach Deutschland.

Wenn man fragt, weshalb die Einwohner wegziehen, stehen «persönliche Gründe» zuoberst. Nicht wenige nennen aber auch den Umstand, dass sie eine bessere Wohnsituation für sich gefunden haben. Eine Äusserung, die sich nicht zwingend auch negativ auswirken muss, wenn die wegziehende Person die Qualität der Wohnlage beurteilen muss.

Vom Zurzibiet ins Zurzibiet

Die meisten ausgefüllten Fragebogen erreichten die Geschäftsstelle aus den Gemeinden Döttingen, Böttstein und Koblenz. Gleichzeitig ist jedoch Döttingen inklusive Kleindöttingen jene Gemeinde, die am häufigsten als Zielort genannt wird, gefolgt von Klingnau. Baden und Brugg als Zielorte kommen erst auf den Folgerängen. Dies ist der Beleg dafür, dass im Zurzibiet eine beträchtliche Binnenwanderung stattfindet. Auswandernde peilen teilweise auch exotische Destinationen an. Genannt werden etwa Südafrika, Australien oder auch Bosnien-Herzegowina.