Leibstadt
Der Feuerwehr-Nachwuchs ist bereit für den Ernstfall

82 Neueingeteilte liessen sich ins Feuerwehrhandwerk einführen – die Frauenquote war jedoch ziemlich gering. Nicht jeder Feuerwehrmann hat vom Arbeitgeber frei bekommen.

Louis Probst
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Feuerwehr Neueingeteiltenkurs in Leibstadt
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Louis Probst

«Das kommt vom Kraftwerk», antwortet der Vater beruhigend auf die Frage seines kleinen Töchterchens nach dem «Rauch», der über den grossen Stehtanks empor zu wallen scheint, die von Feuerwehrleuten mit Wasser «gekühlt» werden. Tatsächlich lässt die Froschperspektive auf die Dampffahne des Kühlturms ein Bild entstehen, das durchaus falsch gedeutet werden könnte. Glücklicherweise geht es aber nicht um einen Ernstfall. Auf dem Areal der Chemischen Fabrik Uetikon in Full übt im Rahmen des Einführungskurses für Angehörige der Feuerwehr die Klasse von Remo Bugmann die Brandbekämpfung. «Wir haben hier ein ideales Übungsgelände», stellt Ruedi Indermühle fest, der Kommandant des Kurses. «Hier kann man wirken.»

Ziel des zweitägigen Kurses ist es, die 82 Teilnehmenden aus 13 Feuerwehren der Bezirke Zurzach und Baden – unter ihnen sieben Frauen – mit den Grundlagen im Rettungsdienst und in der Brandbekämpfung sowie im Umgang mit dem Material vertraut zu machen. Die Teilnehmenden sollen am Schluss des Kurses in allen Chargen auf der Stufe Mannschaft eingesetzt werden können. «Es geht ums Handwerk, nicht um einen Theoriekurs», betont Ruedi Indermühle. «Die Leute können unter Umständen bereits heute Abend auf die Alarmierung geschaltet werden.» Was bedeutet, dass sie im Ernstfall eingesetzt werden könnten.

Kurs ist obligatorisch - eigentlich

Als Klassenlehrer wirken speziell geschulte Feuerwehroffiziere aus dem Verbandsgebiet. «Das kommt sehr gut an und hat sich bewährt», hält Indermühle fest. «Zudem können wir primär auf das Material der Regionalfeuerwehr Leibstadt zurückgreifen. Damit ist eine Ausbildung 1:1 gewährleistet.» Er danke der Regionalfeuerwehr Leibstadt für die «perfekte Organisation der Infrastruktur für den Kurs » und den Feuerwehren, die ihre Mittel – vor allem Tanklöschfahrzeuge – zur Verfügung gestellt haben.

Neben dem Kurs im Leibstadt finden im Einzugsgebiet des Feuerwehrverbandes Baden-Zurzach zwei weitere Kurse statt. Insgesamt hat Kursadministrator René Achermann rund 300 Aufgebote verschickt. Als zunehmend problematisch erachtet wird dabei die Tatsache, dass Arbeitgeber oft nicht mehr bereit sind, ihre Arbeitnehmer für den Besuch des Einführungskurses zu beurlauben.

Der Kurskommandant stellt aber auch fest: «Trotz aller Bemühungen der Feuerwehren bleiben immer wieder Aufgebotene den Kursen fern. Obwohl bei der Rekrutierung darauf hingewiesen wird, dass dieser Kurs besucht werden muss.» Während im Dorfkern von Leibstadt die Rettung geübt wird – wobei auch die 14 Meter lange Schiebeleiter zum Einsatz kommt – geht es in Full um die Brandbekämpfung. In der Klasse von Andreas Indermühle rückt auch Tamara Gutierrez aus Leuggern den fiktiven Bränden zuleibe. «Ich bin bei der Feuerwehr, weil ich etwas für die Allgemeinheit tun will», erklärt sie zwischen zwei Angriffen. «Das ist heute wichtig. Der Kurs ist spannend und bringts auf jeden Fall.»