Vision Zurzibiet
«Der Erfolg wird sich vor allem an der Umsetzung messen»

Das Projekt wird von der Bevölkerung und von den Gemeinderäten mehrheitlich unterstützt. Die Bevölkerung ist für eine bessere Anbindung ans Nationalstrassennetz und die deutsche Autobahn. Aber nicht nur das: Auch eine Gemeindefusion wird befürwortet.

Angelo Zambelli
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Die Steuerungsgruppe für das Projekt «Vision Zurzibiet» hat zusammen mit Projektleiter Martin Hitz die im Rahmen der Vernehmlassung eingereichten 570 Stellungnahmen ausgewertet und daraus ein Fazit gezogen: Die Vision wird von der Bevölkerung und von der Mehrheit der Gemeinderäte grundsätzlich begrüsst. Nur einzelne Gemeinderäte haben grundsätzliche Opposition angemeldet. Auf den Antwortbögen der Gemeinderäte finden sich aber auch Bemerkungen wie «der Erfolg wird sich vor allem an der Umsetzung messen», «die Vision sollte ein Startschuss zum Umdenken sein» und «die vorgeschlagenen Massnahmen sind sehr ehrgeizig – weniger, aber dafür richtig wäre allenfalls angesagt».

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Umfrage: Die Meinungen der Gemeinderäte und der Bevölkerung liegen relativ nahe beieinander. Grössere Abweichungen sind nur bei der Anbindung des öffentlichen Verkehrs auszumachen.

3 Gemeinden als Vision

In der Vernehmlassung hat sich die Bevölkerung des Bezirks Zurzach und die Bevölkerung der dem Planungsverband Zurzibiet angeschlossenen Gemeinden Mandach, Schwaderloch und Villigen für eine bessere Anbindung an das Nationalstrassennetz und an die deutsche Hochrhein-Autobahn ausgesprochen.

Erstaunlicherweise wird auch die Bildung von nur noch drei Gemeinden im Bezirk mit einem hohen Prozentanteil befürwortet, allerdings mit dem Hinweis, dass die Durchlässigkeit unter diesen drei Regionen hoch sein müsste. 66 Prozent der Bevölkerung sprachen sich für eine Kozentration der Gemeinden aus, 56 Prozent waren es bei den Gemeinderäten. Eine Mehrheit der im Planungsverband Zurzibiet vertretenen Gemeinderäte kann sich sogar die Bildung einer einzigen Gemeinde vorstellen.

Klares Nein zu mehr Fluglärm

Aus der Auswertung der 570 Fragebogen geht ausserdem hervor, dass die Region nicht bereit ist, weiteren Fluglärm zu übernehmen.

Eine klare Zustimmung ergab sich bei der Frage nach dem Ersatzkraftwerke Beznau, während die Meinungen der Gemeinde und der Bevölkerung bezüglich Akzeptanz eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle unterschiedlich ausfielen. Aufgrund der katastrophalen Ereignisse im japanischen Fukushima hat die Planungsgruppe für das Projekt «Vision Zurzibiet» ein Fazit in dieser Frage ausgesetzt, weil die vor der Katastrophe gemachten Äusserungen ein falsches Bild ergeben würden.

Die Beteiligung der im Planungsverband Zurzibiet vertretenen Gemeinden an der Vernehmlassung zum Projekt «Vision Zurzibiet» ist unterschiedlich ausgefallen. Am meisten Antworten trafen aus Döttingen ein (79), danach folgen Leuggern (75), Leibstadt und Bad Zurzach (je 67), Böttstein (40), Endingen (29) und Tegerfelden mit 25 Antworten.

Vermisst wird...

Mit der Vernehmlassung hat die Zurzibieter Bevölkerung nicht nur Stellung zu den vorgegebenen Fragen bezogen, sondern auch eigene Vorschläge gemacht oder festgehalten, was im Arbeitspapier fehlt. Vermisst werden eine Strategie für Landwirtschaft, Rebbau und Tourismus und der Einbezug der Regionen Baden-Württemberg, Zürcher Unterland und Baden/Brugg. Vermisst wird auch ein Verkehrskonzept für das ganze Zurzibiet mit all seinen Längs- und Querverbindungen sowie der Einbezug des Klingnauer Stausees als Leuchtturm des Bezirks. In den Bemerkungen aufgetaucht ist der Wunsch nach einem Regionalen Sportzentrum. Allerdings sollte dieses nach Auffassung der Mehrheit der Zurzibieterinnen und Zurzibieter nicht unbedingt im Rheintal liegen, sondern im Surbtal oder im unteren Aaretal.

Bei der Frage nach der Einführung einer Zurzibieter Landsgemeinde ist zwar eine allgemeine Akzeptanz feststellbar, doch ihre Rolle muss noch genauer definiert werden. Offen ist die Frage, ob es eine Veranstaltung zur Förderung der Identifikation des Bezirks oder ein Entscheidungsgremium mit Kompetenzen sein soll.

So gehts weiter

Die Steuerungsgruppe wird die «Vision Zurzibiet» unter Berücksichtigung der Vernehmlassungsergebnisse überarbeiten. Für die Steuerungsgruppe bleibt das Ziel unverändert bestehen, dass die im Planungsverband Zurzibiet zusammengefassten Gemeinden im 3. oder 4. Quartal 2011 eine gemeinsame Charta unterzeichnen. De Massnahmenliste soll sich auf einige wenige, aber umsetzbare Projekte und Massnahmen konzentrieren.

Die Zusammenfassung der Auswertung kann ab 31. März auf www.zurzibiet.ch heruntergeladen werden.