Endingen
Der Dudelsack erobert auch das Surbtal

Am «Heimatobig» präsentierte der Jodlerclub «Echo vom Surbtal» Bodenständiges und Schrilles. Zudem sorgte die Aufführung eines Lustspiels für Heiterkeit: «Älperläbe», aufgeführt von einer Ad-hoc-Theatergruppe unter der Leitung von Oski Umricht. Danach spielten die «Schwyzerörgeli-Musig Strizzi Fäger» zum Tanz auf.

Peter Thomann
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Endingen Jodlerabend
6 Bilder
Der Endinger Jodlerchor singt die Bergandacht.
Dramatische Szenen vor dem Kuhstall.
Die beiden Jungfern Berti und Trudi nehmen den Gauner Leopold in Beschlag.
Die Endinger Jodler interpretieren den Steinmandli-Juiz.
Das Model Clarissa ist in einen Kuhfladen gestürzt und bittet Bauer Seppli um Hilfe.

Endingen Jodlerabend

Peter Thomann

Schrill, penetrant und doch angenehm dröhnten sie. Sie durchdrangen sämtliche Winkel des Saals und faszinierten: die Dudelsack-Pfeifen der Gaiteros. Diese Gruppe umrahmte das Jodlerkonzert mit galizischer Folklore. Der Dudelsack stamme ursprünglich aus der Türkei und hätte sich durch die Kelten in ganz Europa verbreitet, erklärte Pius Bessire.

Bessire spielt einen ehemals in der Schweiz gängigen Dudelsack und amtet auch als musikalischer Leiter des Jodlerchors. Dieser begeisterte a cappella mit einem traditionellen Repertoire. «S’Surbtal isch mis Glück, mis Hei» ertönte ein Refrain. Die Stimmung stieg und stieg. Der «Geburtstagsjutz» wurde sogar rausgeklatscht.

Dabei stellte das Ensemble auch mehrere Neumitglieder – als Lernende mit einer «L»-Tafel markiert – vor. Es gelänge stets wieder, Neumitglieder zu finden, erklärte Vereinspräsident René Keller. Diese seien aber meist nicht mehr im jugendlichen Alter. Eine gezielte Nachwuchsförderung bei der Jugend betreibe der Jodlerverband mit Kursen und Schnupperweekends. Diese spürten mehr und mehr Aufwind. Bis ins Surbtal hätte sich dieser Trend zu traditioneller Folklore aber noch nicht durchgesetzt.

Lustspiel «Älplerläbe»

Eine Ad-hoc-Theatergruppe unter der Regie von Oski Umbricht führte das Lustspiel «Älplerläbe» auf. Die Szenerie zeigt eine Alp mit Kuhstall und Alphütte. Der Bergbauer Seppli (dargestellt von René Frei) und seine Frau Resi (Elisabeth Wernli) bewirtschaften einen Hof mit Kühen. Plötzlich erscheint das junge Model Clarissa (Florence Anliker) in High Heels und Minikleid. Welch ein Gegensatz zum Hof mit Schmutz und Gerüchen. «Wie unhygienisch!» wiederholt sich die schicke Dame ständig.

Mit von der Partie sind auch der Gauner Edi (Marcel Eberhard) und sein Komplize Leopold (Regisseur Oski Umbricht). Die zwei illustren Schwestern Berti (Rita Frei) und Trudi (Janine Kramer) verlieben sich in einen der beiden Gauner und es kommt zu turbulenten Szenen. Ständiges Gelächter und Zwischenapplause zeugten vom enormen Unterhaltungswert dieser Inszenierung.

Schliesslich spielte die «Schwyzerörgeli-Musig Strizzi Fäger» zum Tanz bis in die frühen Morgenstunden.