Leibstadt
Der Dorfbach bewegt die Gemüter

Das Gewässer muss saniert und offengelegt werden. Doch weder die Variante Oberdorfstrasse noch die Variante Gässliweg/Vogelmatte löst Begeisterung aus.

Louis Probst
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Die Projektstudie als Plan dargestellt:

Die Projektstudie als Plan dargestellt:

Aargauer Zeitung

«Wir haben nicht vor, Details zu besprechen», erklärte Gemeindeammann Christian Burger an der Informationsveranstaltung zur Offenlegung des Dorfbaches. «Es geht darum, die beiden Varianten vorzustellen und die Meinung der Bevölkerung zu spüren.»

In einem kurzen Rückblick zeigte er die Geschichte des Vorhabens auf, das vor mehr als zehn Jahren, nach Abschluss der ersten Etappen, mangels Geld gestoppt worden war. 2005 war die Bachsanierung wieder in den Finanzplan aufgenommen worden. 2010 wurde, gestützt auf einen Planungskredit, eine Variante geprüft, die vorsieht, den Bach im Bereich von Gässliweg und Feuerwehrdepot nach Westen, durch das Gebiet Vogelmatt, zu führen. Inzwischen liegt auch eine Projektstudie für die Führung des Baches entlang der Oberdorfstrasse vor, in der er heute – im Untergrund – verläuft.

Kanton gegen Vogelmatt

Gemeinderat Ferdinand Vögele liess keinen Zweifel daran, dass der Gemeinderat zur Variante Oberdorfstrasse tendiert. Wie er sagte, wird die Variante Gässliweg/Vogelmatt zudem vom Kanton abgelehnt. Die Variante Oberdorfstrasse, so Gemeinderat Hanspeter Erne, sieht partielle Öffnungen des Baches ab dem Mühlenareal vor. Vor dem Gemeindehaus würde der Bach die Strasse von der linken auf die rechte Seite queren. «Die Variante Oberdorfstrasse beansprucht den Strassenraum nur wenig», sagte Hanspeter Erne.

«Und sie gibt für das Ortsbild etwas her. Zudem muss die Strasse mitsamt den Werkleitungen so oder so instand gestellt werden.» Die Hoffnung des Gemeinderates, eine klare Mehrheit für die eine oder andere Variante herauszuspüren, sollte sich in der engagierten Diskussion nicht erfüllen. Das vielleicht auch deswegen, weil, wie Gemeindeammann Burger sagte, sich die Kosten für beide Varianten gemäss einer groben Schätzung im Bereich von jeweils 2,8 Millionen Franken bewegen werden.

Immerhin führten die Befürworter der Variante Vogelmatt ins Feld, dass diese Lösung der Natur mehr bringen würde. Deutlich zum Ausdruck kam aber, wie ein Teilnehmer feststellte, dass «nicht sehr viel Herzblut für die Offenlegung zu spüren» war.

Den Votanten für eine «Nulllösung» hielt Gemeindeammann Burger aber entgegen: «Der Bach zwingt uns. Er ist undicht und muss saniert werden. Und das Baugesetz sagt: Wenn sanieren, dann offenlegen. Wir haben jetzt die Chance, etwas zu bestimmen, das Leibstadt für viele Jahrzehnte prägen wird.

Der Entscheid über die Variante der Offenlegung des Baches ist sehr wichtig. Der Gemeinderat ist mit der vorgefassten Meinung gekommen, dass die Variante Oberdorfstrasse ausgeführt werden sollte. Er wird jetzt den nächsten Schritt planen. Dabei stehen beide Varianten im Raum.»

Der nächste Schritt dürfte das Begehren um einen Planungskredit an eine Gemeindeversammlung sein. Bis zu einem Spatenstich – den Gemeindeammann Burger, «wenn alles optimal läuft», in den Jahren 2017 oder 2018 sieht – dürfte jedenfalls noch viel Wasser durch den eingedolten Dorfbach fliessen.

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