Petition
Das Zurzibiet steht auf die Hinterbeine

Wirtschaftsvertreter und Politiker aus dem Zurzibiet übergeben dem Aargauer Regierungsrat eine Petition. Darin fordern sie eine bessere Verkehrsanbindung.

Angelo Zambelli
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WFZ-Präsident Markus Birchmeier (Bildmitte, rechts) übergibt Staatsschreiber Peter Grünenfelder die Petition mit den 11088 Unterschriften.

WFZ-Präsident Markus Birchmeier (Bildmitte, rechts) übergibt Staatsschreiber Peter Grünenfelder die Petition mit den 11088 Unterschriften.

Angelo Zambelli

Das Wirtschaftsforum gelangt mit drei Forderungen an den Regierungsrat des Kantons Aargau. Erstens: Das Zurzibiet muss mit dem Bau des Baldeggtunnels so schnell wie möglich ans Schweizer Autobahnnetz angeschlossen werden. Zweitens: Das Verkehrschaos am Grenzübergang Koblenz muss mit baulichen Massnahmen gelöst und das Dorf Koblenz vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Und drittens: Der öffentliche Verkehr innerhalb des Zurzibiets muss verbessert werden.

«Mit der Petition wollen wir erreichen, dass sich der Bezirk Zurzach positiv entwickeln kann», sagte Markus Birchmeier, Präsident des Wirtschaftsforums anlässlich der Übergabe der 11088 Unterschriften an Staatsschreiber Peter Grünenfelder vor dem Grossratsgebäude in Aarau. Grünenfelder bezeichnete die Petition als «starkes Signal aus dem Bezirk Zurzach, das vom Regierungsrat seriös geprüft wird.» Grünenfelder versicherte den bei der Übergabe anwesenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik, sie würden vom Regierungsrat rechtzeitig eine Antwort auf ihre Anliegen erhalten.

Ein starkes Signal war auch, dass sich die Zurzibieter Grossräte Theo Voegtli, Kurt Wyss, Franz Nebel und Patrick Gosteli mit Unterstützung der Würenlinger Grossräte Andreas Senn und Rolf Ryser die Zeit nahmen, bei der Übergabe der Petition dabei zu sein und mit damit zu signalisieren, dass sie die Anliegen der Region im Parlament unterstützen werden.

Ein weiteres starkes Signal setzte Tilman Bollacher, Landrat des Kreises Waldshut. In einem kurzen Statement betonte er die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Oft gehe es darum, Anliegen durchzusetzen, die beide Seiten betreffen und für beide Seiten von Nutzen seien, sagte Bollacher.

Start vor acht Monaten

Lanciert wurde die Petition Ende Januar im Schloss Böttstein. Zum Patronatskomitee zählten neben Wirtschaftsvertretern die Nationalräte Hansjörg Knecht und Hans Killer sowie die deutschen Politiker Martin Albers, Oberbürgermeister der Stadt Waldshut, Felix Schreiner, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, und Tilman Bollacher, Landrat des Landkreises Waldshut.

Ziel war es, 10000 Unterschriften zu sammeln und die Petition im Juni 2012 der Aargauer Regierung zu übergeben. Das Ziel «Übergabe im Juni» konnte nicht erreicht werden, die anvisierten 10000 Unterschriften jedoch wurden um 1088 Unterschriften übertroffen.

Forderungen aus der Bevölkerung

Das Wirtschaftsforum Zurzibiet (WFZ) begründet die Dringlichkeit der in der Petition formulierten Forderungen mit Ergebnissen aus repräsentativen Umfragen. Im Frühjahr 2008 ergab eine Befragung zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz zur Standortqualität und Standortzufriedenheit im Zurzibiet, dass die Bevölkerung einer Anbindung ans Autobahnnetz oberste Priorität einräumt.

Eine repräsentative Umfrage der Firma Demoscope ergab zudem, dass die Bevölkerung des Zurzibiets unzufrieden ist mit der Situation am Zoll Koblenz und mit der Qualität des öffentlichen Verkehrs innerhalb des Bezirks.