Bahnhof
Das Zurzibiet hat die besten Bahnhöfe

Nach den grossen hat die az Aargauer Zeitung die kleinen Bahnhöfe mit Billett-Verkaufsstelle getestet. Obwohl die Bahnhöfe mit Schalterhalle im Zurzibiet einen etwas veralteten Eindruck machen, haben sie die Nase vorn.

Maja Sommerhalder
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Aargauer Zeitung

Denn sie haben nicht nur günstige Parkplätze und ein gutes kulinarisches Angebot, sondern auch die längsten Öffnungszeiten in den Schalterhallen.

Zurzibiet hat vier Schalterhallen

Auffällig ist auch, dass es im Zurzibiet vergleichsweise viele Bahnhöfe mit Verkaufsstellen gibt. Da kann weder die Region Baden noch Brugg mithalten. Zwar haben die Zentrumsstädte Baden und Brugg gute Bahnhöfe, wie der grosse Bahnhoftest vom 22.Oktober zeigte. Doch sonst kann man in der Region Brugg die Billette nur am Automaten beziehen. In der Region Baden werden die Kunden nur in Turgi, Killwangen-Spreitenbach und Wettingen in der Schalterhalle bedient. Im Vergleich zum Zurzibiet sind die Öffnungszeiten eingeschränkt, und am Sonntag sind die Schalterhallen sogar geschlossen. Bemerkenswert ist, dass relativ grosse Bahnhöfe wie Mellingen-Heitersberg oder Neuenhof keine Verkaufsstellen haben, der kleine Bahnhof Siggenthal-Würenlingen aber schon.

Wie kommt das? «Ein Grund ist, dass die Bahnhöfe in der Region Zurzach noch bediente Stellwerke haben. Hier sind die Mitarbeiter Generalisten, die Weichen und Signale stellen und Bilette verkaufen. Deshalb sind die Schalterhallen auch so lange geöffnet», erklärt SBB-Sprecher Roman Marti.

Allerdings wird sich das bald ändern, denn die Bahnhöfe werden bis 2013 modernisiert und automatisiert. «In Bad Zurzach und Döttingen wird es aber weiterhin Verkaufsstellen geben. Diejenige in Koblenz wird noch geprüft», so Marti. Ungewiss ist auch die Zukunft des Bahnhofes Siggenthal-Würenlingen. Dieser könnte im Zuge der Automatisierung sogar verschoben werden.

Zukunft ungewiss

Und die Öffnungszeiten der Schalter? «Die Nachfrage bestimmt die Öffnungszeiten. Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kunden», so Marti. Längst nicht alle SBB-Kunden gehen in die Schalterhallen. «Heute werden zwei Drittel der Billette am Automaten gelöst.» Weiter können Bahnreisen übers Internet, per Telefon, Handy oder in sonstigen Verkaufsstellen ausserhalb der Bahnhöfe gebucht werden. Zudem müssen viele SBB-Reisende keine Billette lösen, da sie Pauschalabonnements haben. «Die Kunden gehen vor allem in die Schalterhallen, wenn sie Beratung benötigen», so Marti.