Böttstein
Das Weinfestival Zurzibiet war ein voller Erfolg: «Man darf sich auf einen feinen Jahrgang freuen»

Am 6. Weinfestival Zurzibiet präsentierten Winzer ihre Tropfen im stimmungsvollen Schlossambiente.

Ursula Burgherr
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6. Weinfestival auf Schloss Böttstein

6. Weinfestival auf Schloss Böttstein

zvg

«Die Zurzibieter Weine sind ehrlich, schmecken gut und machen Spass», bringt Jeannine Lampreu den Charakter der verschiedenen Rebensäfte aus der Region auf den Punkt. Sie hat mit Markus Utiger die 6. Ausgabe des Weinfestivals Zurzibiet organisiert, das unter dem Patronat der Zurzibieter Weinfreunde steht. Kurz nach dem Event zeigt sie sich zufrieden: «Wir begrüssten zum Galadinner 111 Personen. Leicht weniger als 2016.» Ist die Qualität der hiesigen Weine so gut, wie sie auf der Website «weinfestival-zurzibiet.ch» angepriesen wird? Und wie sind die aktuellen Jahrgänge gelungen?

Diese und andere Fragen konnten die Besucher am besten beantworten, indem sie auf ihren eigenen Gaumen und ihre eigene Nase vertrauten. Fakt ist, dass die kalkhaltigen Böden und die klimatischen Bedingungen hervorragende Voraussetzungen für den Weinanbau bieten. Und auch schon nationale und internationale Preise gewonnen wurden. «Das Weinfest ist ein guter Anlass für unsere Winzer, um ihre edlen Tropfen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren», erläutert Lampreu. «In der Umgebung haben sie aufgrund des Winzerfestes und des Tegerfelder Weinsonntags einen festen Stellenwert. Aber in der restlichen Schweiz sind sie teilweise noch ein Geheimtipp.»

Zu den Hauptsorten, die im Zurzibiet angebaut werden, gehören Pinot Noir und Riesling x Silvaner. Wie man sich gegen die starke landesweite Konkurrenz behaupten könne, beantwortet die Festivalorganisatorin schlicht und ergreifend: «Indem man ein hervorragendes Produkt herstellt.» Die Feedbacks bei den Winzern seien nach einem Weinfest jeweils gut.

Ein Schwede zu Besuch

Aha-Erlebnisse stellten sich bei den beiden Workshops vor der Degustation ein. Im Schlossrestaurant präsentierte Andreas Sundgren seinen «Brännland Iscider». Der Schwede ist ein Newcomer und macht keine Kompromisse. Seit 2010 keltert er 18 verschiedene Apfelsorten aus seiner Heimat nach einer ureigenen Methode zu einem Apfelsüsswein. Für eine 3,75 dl-Flasche braucht es ca. 4 kg Früchte. Auf dem Markt gibt es bisher kein vergleichbares Produkt aus Europa.

Im zweiten Workshop in der Böttstein-Stube drehte sich alles rund ums Weinglas. Unter kundiger Anleitung von Glas-Spezialist Bernhard Schmid erfuhren die Teilnehmer, warum der gleiche Wein je nach Glas völlig unterschiedlich mundet. Besonders die schweren, gehaltvollen Weine brauchen grosse Behältnisse, um ihren Charakter besser zu entfalten. «Wir hatten jeweils drei Gläser, aus denen wir den gleichen Wein probierten. Der Unterschied war verblüffend», erklärt Lampreu.

Am Abend fand dann im Festsaal das opulente Galadinner statt. Chefkoch Pierre Meyer kredenzte den Gästen ein Fünfgang-Menü. Zu jedem Gang gab es zwei Weine der anwesenden Winzer, die von Utiger interviewt wurden. So erfuhren die Tafelnden mehr über das Weinjahr, die Herstellung und die Traubensorte des Rebensaftes, den sie grad im Glas hatten. Die Prognosen für den Jahrgang 2017 sind besser als anfänglich befürchtet. «Man darf sich dank des heissen Sommers auf einen feinen Jahrgang freuen. Die Mengen werden wegen des April-Frosts zwar geringer ausfallen als in den Vorjahren. Aber es sind weniger Reben erfroren, als anfänglich angenommen.»

Folgende Zurzibieter Weinbauern boten am 6. Weinfestival Zurzibiet auf Schloss Böttstein ihre Produkte zum Verkosten an: Baumgartner Weinbau Tegerfelden, Besserstein Wein Villigen, Van Loon Weine Böttstein, Weinbau Rolf Knecht Döttingen, Weinbau Sutter-Lerf Böttstein, Weinbaugenossenschaft Döttingen, Weingut Alter Berg Tegerfelden und Weingut zum Sternen Würenlingen.