Lengnau
Das Surbtal soll zur Energiestadt werden

Ein Stück näher an der Sonne waren Besucher des Gerber-Hofs. Im Himmelrich drehte sich am «Energyday» alles um den grünen Strom.

Hans Christof Wagner (Text und Foto)
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Am «Energyday» gab es Informationen in besonderem Ambiente.

Am «Energyday» gab es Informationen in besonderem Ambiente.

Die Aktivitäten rund um den schweizweiten Aktionstag dauern mehrere Wochen und erreichen ihren Höhepunkt am «Energyday», jeweils am Samstag vor der Umstellung auf die Winterzeit. Von Winter war auf dem Anwesen von Urs Gerber nichts zu spüren. Im Gegenteil – bei noch mildem Herbstwetter strömten die Menschen zum hoch über Lengnau gelegenen Landwirtschaftsbetrieb.

Die Sonneneinstrahlung war noch ausreichend, um vor Augen zu führen, wie sie in der 125-Kilowatt-Photovoltaik umgewandelt wird. Gerber führte die Besucher in den Schaltraum der Anlage, wo sämtliche Daten – Einspeisemenge, Tagesleistung, Spitzenwerte – an Bildschirmen anschaulich wurden.

Währenddessen gab es im Kuhstall für Besucher Informationen. Philipp Dietrich, Leiter Axpo Technologiemanagement, referierte zum Thema Speicherung von Sonnenstrom in Batterien und mittels Umwandlung in Wasserstoff. Roger Kohler informierte über die Möglichkeiten, den Solarstrom vom eigenen Dach nicht ins öffentliche Netz einzuspeisen, sondern selbst zu verbrauchen. Während sich die Erwachsenen informierten, konnten die jungen Besucher solargetriebenes Spielzeug testen, Drachen bauen und fliegen lassen sowie bei einem Energie-Quiz Preise gewinnen. Zudem drehte ein Elektroauto Runden auf dem Hof-Areal und nahm Interessierte mit, auch einen Blick in die Funktionsweise moderner Landwirtschaft zu werfen.

Am «Energyday» vor einem Jahr, berichtete Markus von Allmen, haben die vier Energiestädte des Zurzibiets – Bad Zurzach, Döttingen, Lengnau und Schneisingen – sich noch jede für sich mit eigenen Aktionen beteiligt. Dabei hätten sich die Veranstalter verzettelt und die Besucher verloren, so der Präsident der Energiekommission Lengnau.

Mit einem zentralen Veranstaltungsort 2015 wollten sie das verhindern. Schnell fiel die Wahl auf den landschaftlich reizvoll gelegenen Gerber-Hof. Besucher nutzten das milde Wetter aus und gelangten zu Fuss oder mit dem Velo dorthin, so mancher auch per E-Bike.

Bisher ist laut von Allmen Lengnau die einzige mit dem Label Energiestadt im Surbtal zertifizierte Gemeinde. Der Titel zeichnet die Aktivitäten im Bereich Ökostrom und umweltfreundliche Mobilität aus. «2016 wollen wir erreichen, dass das gesamte Surbtal Energiestadt wird», kündigte von Allmen an.