Koblenz
Das Publikum hatte an den Musikfestspielen die Qual der Wahl

Witzige musikalische Darbietungen standen im Zentrum der 5. Zurzibieter Musikfestspiele.

Irene Hung-König
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Zurzibieter Musikfestspiele
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Die Jugendband ist in Partystimmung.
Die Gärtnerin der MG Rietheim macht sich an die Arbeit.
Die Jugendband Klingnau spielt unter der Leitung von Jonas Märki.
Die Sennen der Brass Band Full marschieren ein.
Die Swiss Lady darf auf der Bühne nicht fehlen.
Unter den Jugendlichen sind auch Piraten und Hasen auszumachen.
Dirigent Jonas Märki hält den Pokal in die Höhe.
Die Musikgesellschaft Rietheim wird von Emilie Chabrol dirigiert.
Die Musikgesellschaft Rietheim erhält nach ihrem Auftritt grossen Applaus.
Wilhelm Tell kommt mit dem Skateboard angefahren.

Zurzibieter Musikfestspiele

Irene Hung-König

Mit dem Ziel, das Vereinsleben unter den Blasmusikfreunden im Zurzibiet zu stärken, organisiert die Musikgesellschaft Koblenz die Zurzibieter Musikfestspiele. «Unterhaltung pur» war das Motto der fünften Ausgabe. «Die Musik, besonders die Freude an der Blasmusik, steht heute im Vordergrund», erklärte Präsidentin Marianne Köferli. Doch nicht nur die Musikantinnen und Musikanten hatten ihren Teil zu einem gelungenen Abend beizutragen, sondern auch das Publikum: «Ihr seid heute Experten.» Sie mussten die Auftritte der Jugendband Klingnau, der Brass Band Full sowie der Musikgesellschaft Rietheim bewerten und so den Gewinner des «Publikumspreises» küren.

«Jung, dynamisch und laut»

Die erst im letzten Jahr gegründete Jugendband Klingnau begeisterte das Publikum mit ihrer frischen Art. Die rund 20 Jugendlichen aus Klingnau, Döttingen, Böttstein und Gippingen spielen, gemäss eigener Aussage, alles was Spass macht. «Wir freuen uns, dass wir hier spielen dürfen, obwohl wir noch in den Kinderschuhen stecken», sagte Dirigent Jonas Märki.
Egal ob «Thriller», ein Gospelsong oder «Dynamite»: die Jugendlichen zeigten sich selbstbewusst, spielten ihre Soli überzeugend. Einen Makel fanden die Jugendlichen dann doch noch: «Die Halle ist aber nicht partymässig dekoriert», befanden sie. Mit Strohhut, Sonnenbrille, riesigen Perücken verkleidet, heizten sie die Partystimmung in der Mehrzweckhalle an.

Saxofon als Armbrust verwendet

Beim Auftritt der Brass Band Full wähnte man sich an einem Älplerfest. Die Herren schritten in Sennentracht laut «blökend» durch die Halle, die Damen präsentierten sich in Dirndln und barfuss. Die Gewinner des letztjährigen Publikumspreises bewiesen mit «Luegid vo Bärg und Tal», dass sie auch singen können. Eine abstrakte Variante zeigte Wilhelm Tell mit Armbrust und schlotternden Knien. «Wil si Hemmige hei», intonierte die Brass Band dazu.

Mit der Armbrust kann der Apfel nicht getroffen werden und so muss das Saxofon hinhalten. In Zeitlupe fliegt dieses durch die Luft, Reinhard Meys «Über den Wolken» ertönt. Am Schluss ist nicht der Apfel auf Walterlis Kopf getroffen, sondern ein überdimensionaler Fünfliber. Die «Swiss Lady» wurde waschecht mit Alphorn gespielt und als Zugabe schmetterte die Brass Band Polo Hofers «Hopp Schwiiz».

Auch die Musikgesellschaft Rietheim verspürte Freizeit- und Ferienfeeling. Im Mittelpunkt ihres ersten Lieds stand der «kleine, grüne Kaktus», der von der Gärtnerin umsorgt wurde. Zu «Versuchs mal mit Gemütlichkeit» machte sie eine Pause, ehe sie lautstark geweckt wurde. Bis dahin lief es wie am Schnürchen, doch plötzlich schien das alte Radio auf der Bühne nicht mehr mitzuspielen. «Take on me» und die französische Nationalhymne endeten in Katzenmusik, Dirigentin Emilie Chabrol verliess die Bühne. Bei der Schweizer Hymne und Marschmusik spielte das Radio wieder einwandfrei.

Der Publikumspreis ging übrigens an die Jugend: Die Jugendband Klingnau nahm den Pokal freudig entgegen.

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