Würenlingen
Das erwartet Sie am 109. Kantonalschwingfest im Aargau

Ein grosses Fest, viele "Böse" und ein prächtiger Muni – das alles gibts am Wochenende in Würenlingen. Im Einsatz stehen hunderte Helfer. Hier erfahren Sie, warum sich ein Besuch lohnt.

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Am Wochenende steigt in Würenlingen das 109. Aargauer Kantonalschwingfest. (Archivbild)

Am Wochenende steigt in Würenlingen das 109. Aargauer Kantonalschwingfest. (Archivbild)

Keystone

Am Wochenende steigt in Würenlingen das 109. Aargauer Kantonalschwingfest.

Ein bisschen geschwungen wird bereits am Freitag. Dann findet in der Arena Weissenstein ein Schülerschwingen statt. Etwa 204 Schüler aus Würenlingen, von der ersten bis zur vierten Klasse, können dort ihre ersten Schwing-Versuche machen.

Das eigentliche Fest startet am Samstag Punkt 8.30 Uhr mit dem „Anschwingen“ für den Kantonalen Nachwuchsschwingertag. 209 Jungschwinger sind dafür angemeldet. Sie kämpfen auf fünf Plätzen um den Sieg: Es gibt fünf Schafe für die Gewinner, aber jeder Jungschwinger erhält einen Preis. Das Organisationskomitee erwartet an diesem Tag etwa 1500 Besucher.

Am Samstagabend steigt in der Weissensteinhalle die Schwingerchilbi. Für Unterhaltung sorgt die österreichische Band „Mürztaler“, ausserdem tritt das Comedy-Duo „Messer&Gabel“ auf.

Am Sonntag starten die Wettkämpfe für das 109. Aargauer Kantonalschwingfest um 8.30 Uhr. 120 Aktivschwinger nehmen teil, darunter Mitglieder des Gastklubs aus Mont-Sur-Rolle. Sie schwingen auf vier Plätzen um den Sieg und um die vier Lebendpreise: Muni Ramiro, Rind Rehli, Fohlen Svenja und Kalb Rosada.

Den ganzen Tag über wird auf dem Festgelände ein Rahmenprogramm geboten, unter anderem mit Alphornbläsern, Fahnenschwingern, Trychlern und Jodlern. Am Sonntag werden etwa 2500 Besucher erwartet.

Am Fest-Weekend sind insgesamt etwa 400 Helfer im Einsatz – in und um die Arena. In der Wettkampfarena gibt es 1750 Tribühnen-Sitzplätze, davon sind 1350 gedeckt. Insgesamt haben in der Arena etwa 2500 Personen Platz. Jeder Sägemehl-Ring hat ein Volumen von etwa 25 Kubikmetern, insgesamt sind es fünf Ringe. Um das ganze Material für das Fest heranzuschaffen, braucht es etwa 33 Lastwagen-Transporte.

Da ist es umso erstaunlicher, dass das Fest die Besucherportemonnaies nicht allzu sehr belastet: Am Samstag zahlt man nämlich weder für die Jungschwingerwettkämpfe noch für die Schwingerchilbi am Abend Eintritt. Auch am Sonntag kann man gratis aufs Festgelände, lediglich für die Schwingarena wird ein Eintritt erhoben. Es gebe noch genügend Tickets an der Tageskassen, heisst es von Seiten des OK.

Die Zurzibieter sind Organisationstalente

Organisiert wird das Schwingfest vom Schwingklub Zurzach. Er wurde 1933 als achter und letzter Aargauer Schwingklub in Leibstadt gegründet. Im Jahre 1935 organisierte der Verein sein erstes Schwingfest auf dem Achenberg bei Zurzach.

Dieser Austragungsort wurde mit einem Unterbruch von 1978 bis 1984 bis ins Jahr 2002 beibehalten. Seither wählt der Schwingklub als Austragungsort stets andere Dörfer im Bezirk Zurzach und neu auch im Bezirk Baden.

Die Zurzacher haben bereits 1975, 1982, 1991, 2000 und 2007 erfolgreich kantonale Schwingfeste organisiert, 1983 und 2012 gar das Nordwestschweizerische Schwingfest.

ln den 80er Jahren avancierten die Aktivschwinger vom Schwingklub Zurzach zu den ganz «Bösen» im Kanton. Arnold «Noldi» Hiltbrunner gelangen zwei Kranzgewinne an eidgenössischen Schwingfesten und mehrere Kranzfestsiege. Martin Schenk aus Zurzach konnte das Aargauer Kantonalschwingfest zweimal und Rene Deppeler aus Tegerfelden einmal für sich entscheiden.

Anfang der 90er Jahre machte sich Markus Birchmeier aus Döttingen einen Namen im Schweizer Schwingsport: Viermal konnte er das Aargauer Kantonale Schwingfest gewinnen und insgesamt 65 Kranzgewinne erzielen.

Höhepunkte seiner Karriere waren die beiden Kranzgewinne an den Eidgenössischen Schwingfesten in Bern und Nyon, ebenso seine Siege am Aargauer Kantonalen sowie der 4. Rang am EXPO-Schwinget 2002 in Murten. Im Frühjahr 2006 beendete der zweifache Eidgenosse seine erfolgreiche Schwingerkarriere. Er ist heute Präsident des Schwingklubs Zurzach.

In den Jahren danach waren die Brüder Niklaus und Lukas Meier sowie deren Cousin Roman Meier und auch die Brüder Lars und Silvan Schenk sowie Marcel Furter und August Köpfli die Zurzibieter Leistungsträger. Sie sind mittlerweile aber alle zurückgetreten, so dass sich der Schwingklub Zurzach, wie andere Vereine auch, in einem Generationenwechsel befindet.

Mit den Brüdern Lukas und Franz Kramer (Lukas konnte 2012 seinen ersten Kranzgewinn feiern) sowie Michael Bächli ist eine Truppe im Aufbau, der in der Zukunft einiges zugetraut werden kann. Vor allem der Würenlinger Michael Bächli gilt als grosse Nachwuchshoffnung der Zurzibieter, konnte er doch als Nachwuchsschwinger schon etliche Erfolge verbuchen. (NRO/AZ)

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