Endingen/Full-Reuenthal
Das Erfolgsrezept der Ammann-Cousins: "Authentisch bleiben"

Ralf und Marcel Werder sind Cousins – und beide Ammänner. Am Sonntag erzielten sie bei den Wahlen ein exzellentes Resultat.

Frederic Härri
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Links: Ralf Werder, Endingens Gemeindeammann. Rechts: Sein Cousin Marcel Werder, Ammann von Full-Reuenthal.

Links: Ralf Werder, Endingens Gemeindeammann. Rechts: Sein Cousin Marcel Werder, Ammann von Full-Reuenthal.

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Ammänner stehen bei den Stimmbürgern unter besonders kritischer Beobachtung und erhalten am Wahltag oftmals die Quittung präsentiert. So schafften es bei der Wahl in den Gemeinderat im Zurzibiet denn auch nur sechs auf den ersten Rang. Zu ihnen gehören die beiden Cousins Ralf und Marcel Werder. Der eine ist in Endingen, der andere in Full-Reuenthal in seinem Amt als Gemeindeammann bestätigt worden.

Die beiden Werders hätten sich im Vorfeld der Wahlen nicht gross ausgetauscht, wie sie sagen. «Wir wissen beide, wie Politik funktioniert und brauchen dazu nicht den Rat des anderen einzuholen», sagt Ralf Werder. Weil die beiden Gemeinden nicht unmittelbar nebeneinanderliegen, habe man im Tagesgeschäft zudem nur wenig miteinander zu tun. Bei der Frage nach dem persönlichen Erfolgsrezept liegen jedoch beide sehr nahe beieinander: «Authentisch bleiben und am Leben der Bevölkerung Anteil nehmen.»

Die beiden Ammänner blicken auf sehr unterschiedliche Polit-Karrieren zurück. Ralf Werder war von 2004 bis 2008 schon einmal im Endinger Gemeinderat, trat dann aber aus beruflichen Gründen nicht mehr an. Als sich vor zwei Jahren eine Vakanz im Gemeinderat ergab, trat Werder erneut an und wurde auf Anhieb zum Ammann gewählt. «In der Kommunalpolitik braucht es stets Freiwillige, die sich engagieren. Auch ich möchte mit meinem Amt einen Beitrag zugunsten der Gemeinde leisten», sagt der 46-jährige Geschäftsführer eines Onlinelieferanten für Industriebauteile. Die Aufgabe in der Exekutive der Gemeinde bereite ihm nach wie vor viel Freude.

Durchhaltewille gefragt

Marcel Werders Einstieg in die Politik war im Wesentlichen aus der Not geboren: «In Full-Reuenthal wurde 2013 lange vergeblich nach einem neuen Ammann gesucht. Bevor es dann zu einer Zwangsverwaltung gekommen wäre, habe ich mich bereit erklärt, zu kandidieren», sagt Werder. Der 42-Jährige arbeitet neben seiner politischen Tätigkeit als Mechaniker im AKW Beznau. Daneben ist er Feuerwehroffizier und ausserdem als Delegierter im Schweizer Boxverband und als Ring- und Punktrichter tätig. Sein Credo bei all diesen Aktivitäten sei dasselbe: «Durchhaltewillen zeigen und nicht schon nach zwei Jahren aufgeben.»