Abwasserreinigungsanlage
Das Abwasser fliesst in Leibstadt bald auf anderen Wegen

Die Abwasserreinigungsanlage wird für fast 4 Millionen Franken ausgebaut – diese Woche war der Spatenstich. Einschränkungen für die Bevölkerung entstehen keine, die Anlage wird auch während der Bauarbeiten in Betrieb sein.

Katharina Herzig
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Planungsteam und Behörden sind beim Spatenstich für den ARA-Ausbau dabei. Chris Iseli

Planungsteam und Behörden sind beim Spatenstich für den ARA-Ausbau dabei. Chris Iseli

Im November 2013 haben die Stimmberechtigten von Leibstadt und Full-Reuenthal Ja gesagt zum Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Leibstadt; mit Anschluss der Gemeinde Full-Reuenthal, dem CU-Areal (Chemie Uetikon AG) und des Kernkraftwerks Leibstadt.

Am Dienstag fiel mit dem Spatenstich der Startschuss für die Bauarbeiten des 3,9-Millionen-Projekts. Das gesamte Planungsteam war vor Ort und läutete den Baubeginn mit einem Apéro ein. Mit den Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau hat man bereits vor drei Wochen begonnen.

Keine Probleme für Bevölkerung

Die Erweiterung der ARA Leibstadt ist herausfordernd für das Planungs– und Bauteam, da die Anlage auch während des Baus grösstenteils weiter genutzt wird. Der Ausbau erfolgt deshalb in Teilschritten. Die Bevölkerung muss während der Bauzeit keine Einschränkungen oder Behinderungen in Kauf nehmen.

Ganze sechs verschiedene Planungsbüros waren bei der Planung der neuen Abwasserreinigungsanlage involviert. Durch den vorgesehenen Anschluss der Gemeinde Full-Reuenthal, dem CU-Areal und dem Kernkraftwerk muss die bestehende Abwasserreinigungsanlage in Leibstadt vergrössert werden.

In einem ersten Schritt wird das Betriebsgebäude ausgebaut, damit es die heute geltenden Anforderungen an eine moderne Abwasserreinigungsanlage erfüllt. Dringend notwendig ist eine Kapazitätssteigerung der Anlage – schliesslich fällt durch die Neuanschlüsse deutlich mehr Abwasser an. Dies will man mit einem hybriden Wirbelbett und einer neu errichteten Filtrationsstufe erreichen.

Die vorhandene Rechenanlage wird durch eine Feinrechenanlage ersetz, die in einem neuen Raum im Betriebsgebäude Platz findet. Das Vorklär- und das Nachklärbecken werden weiter genutzt, müssen aber saniert werden.

Auch das Becken, in dem das Wasser durch Bakterien behandelt wird, erhält eine Betonsanierung. In diesem Becken wird dann das hybride Wirbelbett eingebaut. Eine neue Gebläsestation neben dem Betriebsgebäude versorgt die Bakterien mit Sauerstoff. Die Schlammbehandlung bleibt in der heutigen Form bestehen, die beiden Faultürme werden aber saniert und die Maschinentechnik ersetzt. Weiter erhält die Anlage eine moderne Steuerung, die aus der Ferne bedient werden kann.

Der Einwohnergemeinde Leibstadt wurde 2010 die Bewilligung zur Einleitung von gereinigtem Abwasser in den Rhein erteilt, wenn die festgelegten Einleitebedingungen eingehalten werden. Diese Bedingungen bleiben auch nach dem Zusammenschluss und dem Ausbau gültig.

Anschluss beginnt Ende 2015

Die Bauzeit für den Ausbau der ARA Leibstadt beträgt voraussichtlich ein Jahr – im Herbst 2015 werden die Bauarbeiten mit der Fertigstellung der Aussenanlagen abgeschlossen und die gesamte Anlage wieder in Betrieb genommen. Nach einer Testphase der neuen Anlage wird im Dezember 2015 oder im Januar 2016 mit dem eigentlichen Anschluss und der Umleitung des Abwassers begonnen.

Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 3,9 Millionen Franken. Die Gesamtkosten werden aufgeteilt auf die Gemeinden Full-Reuenthal und Leibstadt sowie das Kernkraftwerk. In Full-Reuenthal werden die Abwassergebühren erhöht – dies hatten die Stimmbürger letztes Jahr genehmigt.