Döttingen
Da verdrückten sogar Schwinger Tränen der Rührung

Der OK-Präsident Markus Birchmeier sorgt am Nordwestschweizer Schwingfest für eine faustdicke Überraschung, die den muskelbepackten Kämpfern im Sägemehl die eine oder andere Träne hervorlockte.

Angelo Zambelli
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Freudentränen nach Überraschungscoup: Soeben hat OK-Präsident Markus Birchmeier seiner Freundin Sandra Boutellier vor versammeltem Publikum einen Heiratsantrag gemacht.

Freudentränen nach Überraschungscoup: Soeben hat OK-Präsident Markus Birchmeier seiner Freundin Sandra Boutellier vor versammeltem Publikum einen Heiratsantrag gemacht.

Alexander Wagner

Muskelbepackten Männern werden Gefühlsausbrüche eher weniger zugetraut. Zu Unrecht, wie Markus Birchmeier, OK-Präsident des Nordwestschweizer Schwingfestes in Döttingen und ehemaliger erfolgreicher Kranzschwinger, am Sonntagnachmittag im Rahmen des offiziellen Festaktes bewies: Nachdem Daniel Dreier, Präsident des Nordwestschweizer Schwingerverbandes, seine Festansprache beendet hatte, fasste sich Birchmeier ein Herz, trat ans Mikrofon und machte vor den verdutzten 3200 Zuschauern seiner Freundin Sandra Boutellier einen waschechten Heiratsantrag. Weil sie ihren Markus seit bald vier Jahren kennt, war sie auf vieles gefasst gewesen, nur nicht auf einen Heiratsantrag ihres Liebsten. Die Folgen des Birchmeierschen Überraschungscoups: Klare Zustimmung der Umworbenen mit Umarmung und Kuss, ein völlig aus dem Häuschen geratenes Publikum und nicht wenige Zuschauer, die offen oder versteckt ein Taschentuch aus dem Hosensack klaubten, um sich eine Träne der Rührung von der Wange zu wischen.

Die Frage, weshalb er sich diesen ungewöhnlichen Rahmen für seinen Heiratsantrag ausgesucht hatte, beantwortet Birchmeier mit einer ebenso einfachen wie einleuchtenden Erklärung: «Es war, als hätte ich den Antrag in meiner Stube vor meiner Familie gemacht. Ehrlich gesagt: Ich hätte mir keinen besseren Moment für diesen Schritt vorstellen können.»

«Sämtliche Ziele erreicht»

Nach der Entgegennahme der Glückwünsche von Wettkämpfern, Funktionären und Zuschauern wurde Birchmeier von den Journalisten ins harte Leben eines OK-Präsidenten zurückgeholt, um eine erste Bilanz des Schwingfests zu ziehen: «Alles lief perfekt. Sämtliche Ziele wurden erreicht», sagte Birchmeier, der von einem Stab Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt wurde. Wegen des unsicheren Wetters habe er sich am Vormittag noch Sorgen gemacht. Letztlich aber hatte Petrus ein Einsehen und hielt die Schleusen bis zum Abschluss des Festes geschlossen und legte damit die Basis für die erhoffte Zuschauerzahl. Gefreut hat sich Birchmeier auch über den sportlichen Ausgang der Veranstaltung: «Christoph Bieri ist ein würdiger Sieger. Obwohl ihm im Schlussgang ein Gestellter für den Festsieg gereicht hätte, schwang er angriffig. Diese Einstellung kann man nicht hoch genug einschätzen.»

Rückbau bis Mittwoch beendet

Für das Schwingfest mussten unzählige kleinere oder grössere Infrastrukturbauten aufgestellt werden. Unmittelbar nach dem Schlussgang wurde mit dem Rückbau begonnen. Bis Mittwoch, so die Einschätzung Birchmeiers, dürfte die Schulanlage «Bogen» wieder frei von Zelten, Tribünen und Sägemehlringen sein.

Bereits jetzt beschäftigt sich die Klubführung gedanklich mit dem nächsten Grossanlass: 2015 führen die Zurzacher Schwinger das «Kantonale» durch – dann wohl unter der Führung eines verheirateten OK-Präsidenten.