Bad Zurzach
Curie-Effekt als Beitrag zur Energiewende

Die Swiss Blue Energy AG hat ein revolutionäres Antriebs-System vorgestellt. Man will zusammen mit den Partnern, der Axpo und der Fachhochschule Nordwestschweiz Brugg-Windisch, im Herbst Feldversuche starten.

Louis Probst
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Vorstellung Swiss Blue Energy im Thermalbad, von links: Professor Hugo Tschirky (ETH), Professor Kurt Heiniger (FHNW), Dr. med. NikolausVida und Markus Birchmeier (Präsident WFZ).

Vorstellung Swiss Blue Energy im Thermalbad, von links: Professor Hugo Tschirky (ETH), Professor Kurt Heiniger (FHNW), Dr. med. NikolausVida und Markus Birchmeier (Präsident WFZ).

Emanuel Freudiger

Lautlos dreht sich der Stahlteller über dem blau gestrichenen, niedrigen Zylinder. Zuleitungen für warmes und kaltes Wasser führen in den Zylinder. Durch ein Kunststoffrohr fliesst Wasser weg.

Im Zylinder – der Kraftkammer – dreht sich ein liegendes «Mühlrad». Angetrieben wird es durch die Rotationsenergie, die aus dem Wechsel zwischen magnetischem und paramagnetischem Zustand – dem Curie-Effekt – entsteht.

«Wir sind nicht die Ersten, die versucht haben, das thermomagnetische Rätsel zu lösen», sagt Nikolaus Vida, Augenarzt, Initiator, Miterfinder und Verwaltungsrat der Swiss Blue Energy AG, bei der Präsentation des Systems im Zurzacher Thermalbad.

«Mit unserem System haben wir aber den Schlüssel zu einer Energiequelle.»

Grundlage des thermomagnetischen Antriebs, so Professor Hugo Tschirky, sei zwar ein bekanntes Materialverhalten, der magnetokalorische Effekt.

«Neu ist aber seine Anwendung. Die Schlüssel dazu sind geeignete Werkstoffe und ein thermomagnetischer Schalter, der durch warmes respektive kaltes Wasser aktiviert wird.»

Feldversuche im Herbst

Wie Nikolaus Vida sagt, wird die Swiss Blue Energy AG zusammen mit ihren Partnern, der Axpo und der Fachhochschule Nordwestschweiz Brugg-Windisch, im Herbst Feldversuche starten.

Vida: «Unser System kann ein wesentlicher Beitrag zur Energiewende sein. Zudem steht der «Brennstoff» – warmes Wasser – überall praktisch unbegrenzt zur Verfügung.»

Professor Kurt Charles Heiniger von der Fachhochschule Nordwestschweiz stellt fest, dass eine Energiebilanz zeigt, dass sich die Erwartungen in das thermomagnetische Antriebssystem bestätigen.

«Als Wissenschafter kann ich zwar nicht versprechen, dass das System für die Energieerzeugung im Megawatt-Bereich wird eingesetzt werden können», betont er. «Aber ich bin fasziniert.»

Fasziniert zeigt sich auch Markus Birchmeier, Präsident des Wirtschaftsforums Zurzibiet, das sich – wie die Swiss Blue Energy AG – die Förderung der Lokalwirtschaft, insbesondere von KMU, auf die Fahne geschrieben hat.

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