Corona
Pandemie trifft auch Zurzibieter Gewerbe: «Covid hinterlässt tiefe Spuren»

Die Aargauischen Industrie- und Handelskammer will Zurzibieter Unternehmen künftig noch besser auf kantonaler Ebene vertreten. Das hat die Regionalgruppe Zurzibiet an der Generalversammlung der in der Schokoladenmanufaktur E575 beschlossen.

Louis Probst
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An der #Expo Surbtal herrschte wenige Monate vor Corona Aufbruchstimmung.

An der #Expo Surbtal herrschte wenige Monate vor Corona Aufbruchstimmung.

Colin Frei/Archiv

«Covid beherrscht nach wie vor die gesellschaftliche und die private Situation», sagte Sandra Traxler, die Präsidentin der Regionalgruppe Zurzibiet der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK), an deren Generalversammlung. «Gespräche mit Unternehmern zeigen starke Einflüsse der Pandemie durch unterbrochene Lieferketten, Versorgungsengpässe, wegbrechende Umsätze oder durch den Mangel an Fachkräften.»

Sandra Traxler Präsidentin AIHK Regionalgruppe Zurzibiet

Sandra Traxler Präsidentin AIHK Regionalgruppe Zurzibiet

Zenzfotografie / ZVG

Zudem würden sich strukturelle Änderungen bei Kunden auf die Planbarkeit in den Unternehmungen auswirken. Als Herausforderung bezeichnete sie das «Reboarding» – die «Rückführung» aus dem Homeoffice ins Büro. Anderseits sei es erfreulich, dass auch von der Zunahme von Synergien berichtet werde. Ihr Fazit:

«Auch für das Zurzibiet gilt, dass man nicht alles über einen Kamm scheren kann. Das Zeitgeschehen bleibt herausfordernd.»

Als wichtig bezeichnete Sandra Traxler – gerade im Zurzibiet – die Stärkung von Kontakten und die Pflege von Netzwerken auch über Bezirksgrenzen hinaus. Die AIHK-Regionalgruppe Zurzibiet, die gegenwärtig 38 Mitglieder zählt, hat sich denn auch zum Ziel gesetzt, bei den Zurzibieter Unternehmen sichtbarer zur werden; die regionalen Wirtschaftsinteressen des Zurzibiets auf kantonaler Ebene zu vertreten und sich anderseits in der Region für die Stärkung der Positionen der AIHK einzusetzen.

7675 Überbrückungskredite wurden im Aargau gewährt

«Insgesamt hat Corona im Aargau tiefe Spuren hinterlassen», stellte AIHK-Direktor Beat Bechtold fest. Wie er in seinem Referat unter dem Titel «Back to normal – wie geht es für die Wirtschaft nach der Coronapandemie weiter?» ausführte, zeigten die letzten Wirtschaftsumfragen in allen Bereichen – ausgenommen Pharma – einen Einbruch der Exporte. Gemäss Umfrage sei gegenwärtig eine leichte Erholung festzustellen. So auch auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings würden zurzeit noch rund 6000 Stellen offenstehen.

Als Wirtschaftsverband sei die AIHK von Anfang bei den Covid-Hilfsmassnahmen involviert gewesen, so Beat Bechtold. Wie er sagte, sind im Rahmen der Covid-Hilfsmassnahmen im Aargau 7675 Überbrückungskredite mit einem Volumen von insgesamt 923 Millionen Franken gewährt worden. Härtefallunterstützung im Umfang von total knapp 195 Millionen Franken erhielten 1885 Unternehmen. 85 Unternehmungen wurden Darlehen, Bürgschaften oder Garantien im Umfang von knapp 14 Millionen Franken gewährt. Ein Blick in die Konkursstatistik zeige jedoch, dass mit den Hilfsmassnahmen auch Strukturerhaltung betrieben werde.

«Wirtschaft und Unternehmungen leisten auch ihren Beitrag zur Bekämpfung der Coronapandemie», betonte er. «Dauerthema ist die Impfkampagne. Die AIHK hat sich dafür eingesetzt, dass Impfungen in den Unternehmen selber durchgeführt werden können.» In einem Ausblick stellte Beat Bechtold fest, dass eher ein Zurück zu einer neuen Normalität zu erwarten sei angesichts der Veränderungen in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt – flexiblere Arbeitsformen, Weiterentwicklung der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz, aber auch neue Wertschätzung für bestimmte Berufe.

Die Generalversammlung verabschiedete Rouwen Salpeter, der während zehn Jahren im Vorstand mitgewirkt hatte. Neu in den Vorstand gewählt wurde Reto Schmid, Geschäftsführer der Schmid Group GmbH Lengnau. Im Anschluss führte Andi Meier von der Schokoladenmanufaktur E575 durch die faszinierende Welt der Schokolade und CEO Silvia Huber stellte mit der Domaco DNH ein innovatives Surbtaler Unternehmen vor.

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