Niederweningen
Bucher Industries spürt den Brexit - Reingewinn bricht um 15 Prozent ein

Der Maschinenbauer Bucher Industries hat im Geschäftsjahr 2016 wie erwartet deutlich weniger Gewinn erzielt und kürzt die Dividende.

Alexa Clemenz Berger
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Ein Monteur arbeitet an einem Strassenreinigungsfahrzeug in der Montagehalle von Bucher Municipal in Niederweningen. Spichale/Archiv

Ein Monteur arbeitet an einem Strassenreinigungsfahrzeug in der Montagehalle von Bucher Municipal in Niederweningen. Spichale/Archiv

Alex Spichale

Der Reingewinn von Bucher Industries brach um über 15 Prozent auf noch 118 Millionen Franken ein. Zu schaffen machte dem Konzern insbesondere die sinkende Nachfrage nach Landmaschinen.

Bereits im Februar hatte die Gruppe einen Umsatz von 2,38 Milliarden Franken vermeldet. Der Umsatz unterschritt den Vorjahreswert auch dank Akquisitionen lediglich um 4 Prozent. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergab sich hingegen ein Minus von 6,7 Prozent, wie der Landmaschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbauer mitteilte.

Einbruch bei Landmaschinen

Das Betriebsergebnis Ebit sank im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um gut 18 Prozent auf 169 Millionen Franken und die entsprechende Marge um 120 Basispunkte auf 7,1 Prozent. Der Konzern kürzt die Dividende um 50 Rappen auf 5 Franken. Verantwortlich für den klaren Gewinnrückgang war vor allem die grösste Sparte Landmaschinen, die Kuhn Group. Hier sanken der Auftragseingang um 7 Prozent und der Umsatz gar um 13 Prozent auf 930 Millionen Franken. Der Markt für Landtechnik sei 2016 von der seit Jahren längsten und härtesten globalen Krise betroffen gewesen. Der seit 2014 andauernde weltweite Rückgang habe sich fortgesetzt.

Zusätzlich hätten auch bei den Kommunalfahrzeugen im europäischen Markt grössere Ausschreibungen weitgehend gefehlt, heisst es in der Medienmitteilung. Im wichtigen Markt Grossbritannien von Bucher Municipal hätten die Unsicherheit nach dem Brexit-Entscheid und das schwächere Pfund den Geschäftsverlauf verlangsamt. Dank Akquisitionen konnten der Umsatz um 2,5 Prozent auf 389 Millionen Franken und auch der Auftragseingang leicht gesteigert werden.

Bei Bucher Hydraulics erhöhte sich der Auftragseingang um 4,5 Prozent und der Umsatz um 3 Prozent auf 475 Millionen Franken. Diese, laut dem Unternehmen, gute Leistung resultierte aus der Zusammenarbeit mit Kunden in der Fördertechnik sowie in der Industrie- und Lifthydraulik. Zum Umsatzwachstum trug auch die starke Entwicklung im Nischensegment Hochspannungsschalter bei.

Zulegen konnten ebenfalls die beiden kleineren Divisionen Emhart Glass und Bucher Specials: Bei Emhart Glass stieg der Umsatz um 3 Prozent auf 371 Millionen Franken, bei Bucher Specials um 2,4 Prozent auf 263 Millionen Franken. Der Auftragseingang schwoll dabei bei Bucher Specials um 21 Prozent an. Die Auslieferung eines Teils dieser Projekte wird allerdings erst 2017 erfolgen.

Positive Aussichten

Der Konzern bestätigte den Ausblick: Insgesamt rechnet Bucher für 2017 mit einer leichten Umsatzsteigerung und einer verbesserten Betriebsgewinnmarge. Bei der Kuhn Group geht man von tiefen, aber stabilen Preisen für Ackerbauerzeugnisse aus. Ansteigende Milchpreise könnten zudem die Nachfrage in der Fütterungstechnik leicht beleben. Für Bucher Municipal wird eine stabile Nachfrage für Kommunalfahrzeuge erwartet. Bei Bucher Hydraulics dürfte sich der Markt wie im Vorjahr entwickeln. Einen höheren Umsatz bei den Getränketechnologien sowie den Automationslösungen von Jetter dürfte es bei Bucher Specials geben. (sda)

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