Bad Zurzach/Rheinheim
Brückensperrung Koblenz: Deutsche bereiten sich auf Verkehrschaos vor

Nicht nur im Zurzibiet, auch auf deutscher Seite blickt man der Zollbrückensperrung in Koblenz mit mulmigem Gefühl entgegen. In Rheinheim, Nachbar von Bad Zurzach, wird die Zollstelle verlegt – wegen der vielen Mehrwertsteuer-Zettel.

Uthe Martin (Südkurier) und Nadja Rohner
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Während der Brückensperrung in Koblenz wird die Zollstelle in Küssaberg Rheinheim verlegt.

Während der Brückensperrung in Koblenz wird die Zollstelle in Küssaberg Rheinheim verlegt.

Zvg/Wiesmann

Bis zu 6000 Fahrzeuge passieren derzeit an Spitzentagen die Rheinbrücke zwischen Rheinheim und Bad Zurzach. Wie viele es während der dreimonatigen Sperrung der Koblenzer Zollbrücke im Sommer sein werden, lässt sich derzeit kaum abschätzen - Koblenz bewältigt bisher täglich rund 12 000 Fahrzeuge.

Küssabergs Bürgermeister Manfred Weber blickt der Brückensperrung deshalb besorgt entgegen. «Wir stehen mit unseren direkten Schweizer Nachbarn in ständigem Kontakt, anders würde es gar nicht gehen», sagt Weber gegenüber dem «Südkurier». Auch das Waldshuter Landratsamt und die Stadt Waldshut-Tiengen seien beteiligt. In Küssaberg habe man sogar extra eine Arbeitsgruppe gegründet, der auch Anwohner angehören.

Keine Stempel mehr bei Brücke

Während der Brückensperrung wird die Zollstelle verlegt, in der Schweizer Kunden die grünen Zettel für die Mehrwertsteuerrückerstattung abstempeln lassen können. Das geschieht dann nicht mehr an der Rheinbrücke, sondern im Gemeindezentrum in Küssaberg, wo mehr Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

«Die Initiative kam von uns», sagt Manfred Weber. «Wir müssen täglich mit bis zu 4000 Schweizer Kunden rechnen, die ihre Zettel abstempeln lassen wollen. Wie hätte das an der Brücke funktionieren sollen?»

Der einzige Weg vom Küssaberger Gemeindezentrum zur Brücke wird über die Landesstrasse führen. Besonders am Kreisel in Rheinheim könnte es daher eng werden, ebenso in Bad Zurzach unmittelbar nach dem Zoll. Dort steht der Verkehrsdienst bereit. Auf deutscher Seite werde der Verkehr lange vor Kadelburg beobachtet, sagt Manfred Weber. Wenn sich Staus bilden, könne schon die Abfahrt von der B34 beim «Kaitle» nach Küssaberg gesperrt werden.

«Wir hoffen sehr, dass die Einzelhändler in Waldshut und Tiengen in der Zeit der Brückensperrung nicht zusätzliche Aktionen planen», sagt der Küssaberger Bürgermeister - wohl wissend, dass diese alles tun wollen, damit die Kunden auch während der Sperrung den Weg nach Deutschland auf sich nehmen.

Weber fordert indes weitere, langfristige Massnahmen: «Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für das Verkehrsproblem», sagt er. «Das ist zum einen eine Autobahn und zum anderen eine neue Rheinbrücke. So, wie es jetzt ist, auch ohne Brückensperrung in Waldshut, kann es nicht noch 20 Jahre weitergehen. Die Leidtragenden sind die Orte an den Landesstrassen.»