Rümikon
Bootshallen-Raser: Ist eine Stoffwechselkrankheit schuld am Unfall?

Der Mann der in Rümikon mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Halle gedonnert ist und dabei Autos sowie ein Boot zerstört hat, durfte nur unter Auflagen ans Steuer.

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Die Einstellhalle ist nach dem Unfall ein Ort der Zerstörung. Leidet der Unfallfahrer an einer seltenen Krankheit?

Die Einstellhalle ist nach dem Unfall ein Ort der Zerstörung. Leidet der Unfallfahrer an einer seltenen Krankheit?

Kapo AG

Der Audi-Fahrer, der letztes Wochenende mit voller Wucht in eine Bootshalle in Rümikon raste, leidet offenbar an einer seltenen Stoffwechselkrankheit, welche Auswirkungen auf das Nervensystem hat, wie Recherchen von Tele M1 ergaben.

Der 42-jährige Schweizer durfte schon vor dem Unfall nur noch unter Auflagen ans Steuer. So muss er unter anderem einen strengen Ernährungsplan einhalten und auf Fleisch verzichten. Und er musste zu monatlichen Bluttests. Gemessen wurde der Phenylalanin-Gehalt (eine Aminosäure) im Blut. Auch musste er sich in regelmässige psychiatrische Behandlung begebem, wie Tele M1 berichtet. Ob die Krankheit für den Blackout beim Unfall verantwortlich war, wird untersucht.

Ein zu hoher Phenylalanin-Wert hat gemäss Verkehrsmediziner Hans-Ulrich Iselin Auswirkungen auf den Stoffwechsel, aber eben auch auf das Nervensystem. Man kann reizbar werden, ausrasten.

Hans-Ulrich Iselin hält es für gut möglich, dass der Stoffwechsel des Fahrers durcheinandergeraten ist, was den Mann fahrunfähig gemacht hätte.

«Unglaubliche Gewalt»

Der Mann war auf der Hauptstrasse von Kaiserstuhl in Richtung Zurzach unterwegs. In einer Kurve war er von der Fahrbahn abgekommen und durch die Hauswand in die Halle einer Bootsbaufirma gekracht. Dort verkeilte sich der Audi mit parkierten Booten und Autos. Die Einstellhalle drohte einzustürzen.

Robert Steiner, der seine Autos in der Halle untergestellt hatte, und die nun Schrott sind, spricht von einer «unglaublichen Gewalt», mit der das Unfallauto in die Halle gedonnert sein muss.

Nach dem Unfall war der Fahrer in eine psychiatrische Klinik nach Königsfelden überführt worden, nachdem er im Kantonsspital Baden das Personal beschimpft und zwei herbeigeilten Polizisten herftigen Widerstand geleistet hatte.

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