Böbikon
Ärger bei den Organisatoren des Oktoberfests: Firma zieht ihr Angebot für Gratistests zurück

Am Oktoberfest in Böbikon dieses Wochenende hätten Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene sich vor Ort testen lassen können. Daraus wird nichts: Der Anbieter erteilte dem Veranstalter im letzten Moment eine Absage.

Rosmarie Mehlin
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Irene Keller, die OK-Präsidentin des Böbiker Oktoberfests hatte in den letzten Tagen nicht nur wegen des Aufbaus alle Hände voll zu tun.

Irene Keller, die OK-Präsidentin des Böbiker Oktoberfests hatte in den letzten Tagen nicht nur wegen des Aufbaus alle Hände voll zu tun.

Rosmarie Mehlin

Schützengarten Bier aus dem Masskrug, Haxen vom Grill, Weisswürste mit süssem Senf, Polonaisen und Schunkeln: Der Münchner Wies’n macht Corona zum zweiten Mal den Garaus. Böbikon aber lädt, mit den erforderlichen Zertifikat-Auflagen, am Wochenende zu seinem vierten Oktoberfest.

Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, die Vorfreude stieg täglich, doch dann, vor Wochenfrist, traf ein grosser Dämpfer das OK. «Am 21. August hat Riccardo Raimo, Projektleiter Events bei der in Zug ansässigen Firma ‹Lifetest›, bestätigt, dass sie am Samstag von 17 bis 23 Uhr bei der Mehrzweckhalle kostenlose Schnelltests durchführen werden», schildert OK-Präsidentin Irene Keller.

Freudig wurde die Möglichkeit zum Gratis-Test direkt vor Ort auf den Oktoberfest-Flyern vermerkt. «Am 15. September aber teilte Raimo uns telefonisch mit, dass diese Tests nun nicht möglich seien.»

Missverständnis oder nicht informiert?

Auf Nachfrage der AZ begründet Raimo den Entscheid damit «dass der Kanton Aargau seit dem 13. September keine Kosten mehr übernimmt. Tatsächlich ist auf der entsprechenden Homepage des Kantons zu lesen, dass «bei Grossveranstaltungen der Veranstalter vor Ort Tests anbieten kann. Dabei werden die Kosten für das Testmaterial für die vor Ort vorgenommenen Sars-CoV-2-Schnelltest vom Bund vergütet. Nicht übernommen werden die Kosten für die notwendige Testinfrastruktur und für das Fachpersonal vor Ort. Diese müssen vom Veranstalter getragen werden.»

Allerdings stammt diese Verlautbarung vom 26. Juni dieses Jahres. Bei seiner Zusage an das Oktoberfest-OK am 21. August hatte Raimo dies aber mit keinem Wort erwähnt. Gegenüber dieser Zeitung hingegen begründet Raimo die Absage auch damit, dass «Lifetest» in ihren Centern in Baden und Aarau für Leute mit Symptomen kostenlose Schnell- sowie PCR-Tests anbiete. «Dort werden wir gegenwärtig aber so vollständig von Testwilligen überrollt, dass uns nun schlicht die personelle Kapazität für den Event in Böbikon fehlt.»

Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene müssen sich vorgängig testen

«Die unverhoffte Absage hat unser Konzept natürlich ganz schön durcheinandergeschüttelt», so Irene Keller. Sämtliche Anfragen für Ersatz waren vergebens. «Wir bedauern es sehr, aber die Konsequenz ist, dass Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene nun am Samstag bereits mit einem negativen Test nach Böbikon kommen müssen, wenn sie unser Oktoberfest mit der Tanzkapelle Simiswälder in der Mehrzweckhalle verbringen wollen.»

Nachdem sich an den ersten drei Böbiker Oktoberfesten jeweils rund 300 Festfreudige in die Halle drängten, sorgt das OK heuer für mehr Platz. Am Montag haben Helferinnen und Helfer auf dem Sportplatz ein 24 mal 10 Meter grosses Chalet aufgebaut. «Das bleibt an der Vorderseite offen, wodurch die Zertifikatspflicht hinfällig wird», so Keller. Das Angebot an Essen und Trinken ist dasselbe wie in der Mehrzweckhalle und hier kann alles einerseits schon am Freitag ab 17 Uhr genossen werden und andererseits kann am Samstag auch hier geschunkelt werden.

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