Endingen
Bezirksschule entlässt fünf Lehrer – Eltern kritisieren Schulpflege

Wegen der Schulreform 6/3 mussten im ganzen Kanton Lehrkräfte entlassen werden. An der Kreisschule Surbtal müssen fünf Lehrer gehen, gemäss den Eltern handelt es sich dabei um die falschen Personen.

Patrick Hersiczky
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Endingen ist einer von vier Bezirksschul-Standorten im Zurzibiet.

Endingen ist einer von vier Bezirksschul-Standorten im Zurzibiet.

Nadja Rohner/Archiv

Die Bezirksschule Endingen (Kreisschule Surbtal) hat letzte Woche auf Druck der Eltern einen ausserordentlichen Elternabend durchgeführt: Die Schule muss wegen der letztjährigen Umstellung von vier auf drei Jahre Oberstufe per Sommer 2015 fünf Lehrpersonen entlassen. Die Eltern kritisieren die Personalentscheide der Schulpflege, weil es die Falschen treffe. Dies berichtet «Die Botschaft».

Solche Stellenabbaumassnahmen haben im Zuge der 6/3-Schulreform alle Aargauer Oberstufen vornehmen müssen. Die Situation in Endingen ist aber ein Einzelfall: «Die meisten Schulen im Zurzibiet haben diese Entlassungen bereits auf Sommer 2014 vollzogen», sagt Kathrin Scholl vom Aargauischen Lehrerverband auf Anfrage der az.

Endingen ist ein Einzelfall

Die Kreisschule Rheintal-Studenland mit dem Bez-Standort Bad Zurzach konnte die Reform fast ohne Kündigungen über die Bühne bringen, sagt die Präsidentin der dortigen Schulpflege, Rosmarie Suter-Schumacher. Man habe auf Frühpensionierungen und Wechsel der Oberstufenlehrer auf die Primarschule gesetzt.

Auch die Bezirksschule Leuggern hat diese Stellenreduktion seit mehreren Jahren vorbereitet. Hansjörg Vogt, Präsident der Kreisbezirksschule Leuggern, sagt dazu: «Wir haben uns bereits seit 2012 mit einem Stellenabbau beschäftigt. Seit rund drei Jahren haben wir nur noch befristete Anstellungen verfügt. Damit konnten wir Kündigungen verhindern.» Für ihn sei es «ein Rätsel, wie die Kreisbezirksschule Endingen ihre Stellen erst jetzt abbauen kann».

Verzögerung war absichtlich

«Wichtig ist gewesen, dass sich die Betroffenen auf einem deutlich entspannteren Arbeitsmarkt neu orientieren können.» Lydia Spuler Präsidentin Kreisschulpflege Surbtal

«Wichtig ist gewesen, dass sich die Betroffenen auf einem deutlich entspannteren Arbeitsmarkt neu orientieren können.» Lydia Spuler Präsidentin Kreisschulpflege Surbtal

AZ

Die Schulpflege wollte eigentlich erst im kommenden Frühling an einem Elternabend über den geplanten Stellenabbau informieren. Doch weil einzelne Lehrpersonen – ohne Rücksprache mit der Schulleitung – Schüler und Eltern bereits über ihre Entlassung informiert hatten, musste die Schulbehörde in der vergangenen Woche einen ausserordentlichen Elternabend durchführen.

Die Mütter und Väter sind vor allem nicht damit einverstanden, dass beliebte Lehrer gehen müssen, während teils kritisierte Personen bleiben dürfen. Laut Lydia Spuler haben sich Schulleitung und Schulpflege bei den Personalentscheiden aber an die kantonalen Empfehlungen gehalten, die insgesamt zehn Punkte umfassen. So hat man beispielsweise entschieden, dass die Anzahl Dienstjahre, das Alter der Lehrpersonen, das Fächerprofil oder spezielles Know-how mitberücksichtigt werden.

Entlassung nach «Kriterienraster»

Ein Leserbriefschreiber in der «Botschaft» bemängelt jedoch, dass man zu wenig auf die «Qualität» der Lehrpersonen geachtet habe. Schulpräsidentin Spuler kontert: «Bei vielen unserer Lehrpersonen ist die Unterrichtsqualität gut bis sehr gut. Werden ungenügende Leistungen festgestellt, leitet die Schulleitung den Prozess zur Verbesserung ein.»

Für die Entlassung aus strukturellen Gründen habe man aber einen speziellen Kriterienraster erarbeitet, der vor den definitiven Entscheidungen allen Lehrpersonen bekannt gegeben wurde. Unter anderem wurden auch spezielles Wissen und Fähigkeiten, wie beispielsweise IT-Kenntnisse gewertet.

Lydia Spuler weiter: «Wichtig ist vor allem gewesen, dass sich die Betroffenen auf einem deutlich entspannteren Arbeitsmarkt neu orientieren können.»

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