Wahlergebnisse
Bezirk Zurzach: FDP und SP legen kräftig zu – SVP verliert auf hohem Niveau

Im Bezirk Zurzach gewinnen FDP und SP bei den Grossratswahlen kräftig Wähleranteile. Die SVP verliert dagegen Wählerstimmen, kann ihre drei Sitze aber verteidigen. Neu in den Grossen Rat gewählt worden ist Andreas Meier. Der CVP-Mann folgt auf Theo Voegtli.

Daniel Weissenbrunner
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Montage: Elia Diehl

Die politischen Verhältnisse haben nach den Grossratswahlen im Bezirk Zurzach weiterhin klare Konturen. Die SVP wahrte ihren Besitzstand und liegt unangefochten vor dem Rest. Daran ändert auch der Verlust von eineinhalb Prozent im Vergleich zu den letzten Wahlen vor vier Jahren nichts.

In Zahlen ausgedrückt: Die SVP kommt neu auf 36,9 Prozent. Erster Verfolger bleibt die CVP. Die Zentrumspartei hielt den befürchteten Schaden in Grenzen. Prognosen gingen im Vorfeld von einem Wählerverlust von bis zu fünf Prozent aus. Am Schluss resultierte ein Minus von knapp über einem Prozent.

Bezirk Zurzach: Gewählt in den Grossen Rat (2016) Hansjörg Erne, SVP, Leuggern, 3432 Stimmen.
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Patrick Gosteli, SVP, Böttstein 2989 Stimmen.
Manuel Tinner, SVP, Döttingen 2982 Stimmen.
René Huber, CVP, Leuggern 3456 Stimmen.
Andreas Meier, CVP, Klingnau (neu) 2050 Stimmen.
Monika Stadelmann, SP, Bad Zurzach 1587 Stimmen.
Erwin Baumgartner, FDP, Tegerfelden 2166 Stimmen.

Bezirk Zurzach: Gewählt in den Grossen Rat (2016) Hansjörg Erne, SVP, Leuggern, 3432 Stimmen.

ZVG

Die grossen Sieger des Wahlsonntags heissen – in diesem Ausmass überraschend – FDP und SP. Die Liberalen verzeichnen einen Zuwachs von über drei Prozent. Die FDP Zurzibiet lieferte das beste Ergebnis aller Bezirke im Kanton. Entsprechend emotional fiel die Reaktion von Bezirkspräsidentin Claudia Hauser aus: «Wir haben mit einem Plus von zwei Prozent gehofft.

Das Resultat übertrifft sämtliche Erwartungen.» Den Erfolg feierte sie mit ihrer Partei im Parkhotel in Bad Zurzach. Einziger Makel war für die Wahlsiegerin der knappe Rückstand auf die zweite Gewinnerin des Tages. Die SP behauptete sich hauchdünn vor der FDP als dritte Kraft im Bezirk. Die Sozialdemokraten kommen neu auf einen Wähleranteil von 14,7 Prozent. Das Plus von über 2,7 Prozent führt Bezirkspräsidentin Monika Stadelmann auf einen Wahlkampf mit starken Persönlichkeiten in den eigenen Reihen zurück. Wir haben die Leute mit unseren Themen wie Bildung und Gesundheitswesen erreicht und ihnen Lösungen aufgezeigt.»

René Huber mit bestem Resultat

Stadelmann, die einzige Zurzibieter Frau im Rat, räumte wie ihre Amtskollegin Claudia Hauser ein, vom Ergebnis überwältigt zu sein. Gleiches gilt für René Huber aus Leuggern. Der CVP-Mann, der vor vier Jahren nur um zwei Stimmen auf Kosten von Bezirksparteipräsident Kurt Wyss den Einzug in den Grossen Rat schaffte, erzielte das beste Ergebnis aller Kandidaten aus dem Zurzibiet. Der Direktor des Regionalspitals Leuggern erreichte mit 3456 Stimmen ein Glanzresultat.

Huber stellte die übermächtige Konkurrenz von der SVP in den Schatten. Er distanzierte seinen nächsten Verfolger Hansjörg Erne um knapp 30 Stimmen. Der Präsident der Gippinger Radsporttage gab sich auf dem Weg zur Wahlfeier bescheiden. Gleichzeitig platzierte er eine kleine Breitseite an den polarisierenden Stil der politischen Konkurrenz.

«Die Leute nehmen einen offensichtlich auch wahr, wenn man seine Arbeit ruhig und sachlich verrichtet.» Begleitet wird René Huber in der nächsten Legislatur von Parteikollege Andreas Meier, der den zurücktretenden Theo Voegtli für die CVP ersetzt. Huber steigerte seinen Anteil im Vergleich zu 2012 um über 900 Stimmen.

Schwarzer Tag für Patrick Gosteli

Weniger erfreut dürfte Patrick Gosteli über sein Ergebnis sein. Der Gemeindeammann aus Böttstein büsste fast 900 Stimmen gegenüber den letzten Wahlen ein. Gosteli musste Huber und Hansjörg Erne an sich vorbeiziehen lassen und hielt Parteikollege Manuel Tinner nur knapp auf Distanz.

Einen historischen Tiefwert erreichte die Wahlbeteiligung. Nur 35,2 Prozent der Berechtigten gaben im Bezirk ihre Stimme ab. Am wenigsten in Rekingen mit 26,5 Prozent. Ausgerechnet jenem Ort mit den meisten Kandidaten im Zurzibiet (6).