Bad Zurzach
Bevölkerung ergreift Referendum gegen Wassergebühr

Obwohl die Wintergmeind Ja gesagt hat zu einer fixen Wassergebühr, haben nun über 400 Personen das Referendum dagegen ergriffen.

Stefanie Suter
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ZVG

Die Einführung einer Grundgebühr für Wasser und Abwasser stösst einigen Bad Zurzachern sauer auf. Die Besitzer von Einfamilienhäusern würden übermässig belastet, lautet die Kritik.

Zwar sagten die Stimmbürger an der Wintergmeind mit grossem Mehr Ja zur Verteilung der Kosten, die der Gemeinderat vorgeschlagen hatte. Doch dagegen hat die Bevölkerung nun das Referendum ergriffen: mit 421 gültigen Unterschriften gegen die Anpassung des Wasser- und mit 405 gültigen Unterschriften gegen das neue Abwasserreglement.

Kritisiert wird die neue Pauschalgebühr, die nach Grösse der Wasseruhr erhoben wird. Konkret: Wer eine 3/4-Zoll-Wasseruhr hat, zahlt für das Frischwasser 70 und für das Abwasser 90 Franken. Haushalte mit grösseren Wasseruhren zahlen mehr.

Hinzukommen die Verbrauchsgebühren: wie bisher 80 Rappen pro Kubikmeter für das Frischwasser und eine erhöhte Abwasser-Gebühr von 3,20 Franken.

Die Gegner fordern, dass nur Verbrauchsgebühren erhoben werden. Ganz nach dem Verursacherprinzip. Denn durch die Grundgebühr würden die Kosten ungerecht verteilt werden.

So rechnete Hans Rudolf Meier in einem Leserbrief an das Badener Tagblatt vor: Der Besitzer eines Einfamilienhauses müsse 160 Franken Wassergebühr zahlen. Wer in einem Zwölf-Familien-Block wohne, zahle nur 13 Franken. «Es kann doch nicht sein, dass ich neuerdings meinen Mitbürgern das Wasser subventionieren soll!», empörte er sich.

Die Gemeinde begründet die Einführung der Grundgebühr mit den anfallenden Fixkosten, die man decken müsse. Vizeammann Meinrad Moser erklärt: «Ob jemand 5 oder 5000 Kubikmeter Wasser bezieht – die Grundkosten bleiben dieselben.»

So müsse man den Brunnenmeister, die Konzessionsgebühren, den Unterhalt und vieles mehr in jedem Fall zahlen. Unabhängig davon, wie viel Wasser der Einzelne verbrauche. «Müssten wir die Kosten über Verbrauchsgebühren decken, wäre eine massive Erhöhung unumgänglich.»

Dem Vorwurf, dass Besitzer eines Einfamilienhauses viel tiefer in die Tasche greifen müssen als Bewohner eines Mehrfamilienhauses, widerspricht Moser. «Grössere Häuser haben in der Regel grössere Wasseruhren.»

Rechne man mit einer 1,5-Zoll-Wasseruhr in einem Fünf-Familienhaus, käme man auch auf einen Betrag von 83 Franken pro Partei. «Ganz gerecht verteilen kann man die Kosten nie. Sonst müsste jede Wohnung eine eigene Wasseruhr haben.»

Zudem hätten auch die umliegenden Gemeinden schon seit längerem Grundgebühren eingeführt, sagt Moser.

Bis jetzt zählt das Frischwasser Bad Zurzachs zum günstigsten in der Region. Auch nach der Einführung der Grundgebühren würde der Flecken noch zu den günstigen Gemeinden gehören, verglichen mit seinen Nachbarn. In Sachen Abwasser bewegte man sich im Mittelfeld.

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