3. Liga
Beim FC Koblenz folgt nach dem Abstieg jetzt der Neuanfang

Nach dem verpassten Ligaerhalt kommt es beim FC Koblenz zum Umbruch. Unter anderem sucht der Zurzibieter Klub einen neuen Präsidenten und einen Sportchef.

Daniel Weissenbrunner
Drucken
Teilen
Der Konkurrenz hinterhergelaufen: Die Koblenzer (Samir Brkic, rechts) steigen nach zwei Saisons in der 2. Liga ab.

Der Konkurrenz hinterhergelaufen: Die Koblenzer (Samir Brkic, rechts) steigen nach zwei Saisons in der 2. Liga ab.

Foto Wagner

Kurz nach 16 Uhr am Sonntag war das Schicksal des FC Koblenz besiegelt. Nach der 2:4-Niederlage in Othmarsingen müssen die Zurzibieter nach zwei Spielzeiten in der 2. Liga den Gang in die 3. Liga antreten. Zwei Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf den rettenden 11. Rang sieben Punkte. Für die Koblenzer ist es der vorläufige Schlusspunkt unter eine Saison, die von einigen Nebengeräuschen begleitet war. Nach einer Strafenflut im Herbst sah sich die Vereinsleitung veranlasst, durchzugreifen. Für die Rückrunde galt die Null-Toleranz-Grenze. Sprich: Disziplin first.

Mit Erfolg: Mit dem neuen Trainer Gianluca Pasanisi hielt tatsächlich ein neuer Stil auf dem Platz Einzug. Die Kartenflut konnte drastisch gesenkt werden. Was ausblieb, waren die Ergebnisse. Trotz ansprechender Leistungen resultierte im Frühjahr nur ein Sieg. Pikantes Detail: Die letzte Niederlage am Wochenende erlebte Pasanisi nicht mehr an der Seitenlinie mit. Er verliess vor wenigen Tagen den Verein Richtung Kanton Zürich und unterschrieb beim FC Regensdorf. In Othmarsingen coachten unter anderem der neue Sportchef Sahit Buzhala und Boletin Hasani die Mannschaft.

Präsident gesucht

Pasanisi ist nicht der Einzige, der sein Amt zur Verfügung gestellt hat bzw. stellen wird. Beim FC Koblenz steht ein personeller Umbruch unmittelbar bevor. Nebst Sportchef Christian Rist wird auch Roger Binder auf die nächste Generalversammlung sein Amt abgeben. Nach über 20 Jahren im Vorstand, davon zehn als Präsident, will er kürzertreten. Das Gleiche gilt für Rist. Beide planen jedoch, dem Verein im Hintergrund weiter zur Verfügung zu stehen. Mit Binders designiertem Nachfolger werden derzeit Gespräche geführt.

Welche Auswirkungen die Wechsel in der Führungsetage auf die sportliche Ausrichtung haben werden, lässt sich noch schwer abschätzen. Roger Binder will seinem Nachfolger nicht vorgreifen. Sollte man aber zwei, drei etablierte Spieler verpflichten können, müsste es möglich sein, in der 3. Liga vorne mitzuspielen, glaubt der scheidende Präsident. An der neuen Crew sei es nun, möglichst schnell einen Trainer zu finden, um mit ihm eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen.

Was machen die Nachbarn?

Wie sich die Ausgangslage für den FC Koblenz entwickeln wird, dürfte auch vom Abschneiden anderer Teams aus dem Zurzibiet abhängen. Der FC Klingnau befindet sich nach wie vor im Aufstiegsrennen in die 2. Liga inter. Sollte dem Team von Danijel Kovacevic der Sprung in die höhere Klasse gelingen, rechnen Insider, dass es arrivierte Koblenzer Spieler in den Nachbarort ziehen könnte. Sollte zudem der FC Döttingen, der sich noch Chancen auf die Promotion in die 3. Liga ausrechnen darf, seine Mannschaft aufrüsten, dürfte dies ebenfalls nicht ohne Einfluss auf die Kaderzusammenstellung der Koblenzer bleiben.

Aktuelle Nachrichten