Leibstadt
Bei der Musikgesellschaft Leibstadt heisst es: «Ruhe bitte! – Achtung Aufnahme»

Die Musikgesellschaft Leibstadt hat ein begeisterndes Unterhaltungsprogramm live aus dem Studio 1 gesendet. Wegzappen war dabei nicht möglich – wollte aber an diesem Abend auch gar niemand.

Peter Jacobi
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Musikgesellschaft Leibstadt
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Die MGL begleitet als Live-Orchester die Aufzeichnungen im Studio 1
Die Instrumentalisten setzen sich auch mit Solis glänzend in Szene
Der Chor Bodytown alias Männerchor Leibstadt bewirbt sich für den Eurovision Song Contest
Unter der Direktion von Hanni Tütsch gibt sich die Musikgesellschaft Leibstadt diesmal echt schweizerisch

Musikgesellschaft Leibstadt

Peter Jacobi

Wegzappen war für einmal nicht möglich. Umschalten wollte aber auch niemand bei diesem unterhaltsamen Abendprogramm, zu dem die Musikgesellschaft Leibstadt (MGL) das Publikum «live ins Studio 1» eingeladen hatte. Auf zwei Bühnen wurde ein abendfüllendes Programm mit beliebten Sendungen gezeigt. Die MGL unter der Leitung von Hanni Tütsch spielte nicht nur die Einleitungsmelodien, sondern wirkte auch als Live-Orchester im Studio mit.

Aufgenommen wurde die Nachfolgesendung für «Benissimo». Der neue Beni national heisst Fridel Coolman alias Fridolin Kalt und die Sendung neu «Fridelissimo». Geblieben sind die hübsche Assistentin und die alten Sketches. Aufnahmeleiter Freddy Gschwind, alias Daniel Muntwyler, Präsident der MGL, war mit den Aufnahmen zufrieden. Das nicht zuletzt darum, weil das Publikum vorher geschult wurde. Studiocoach Mats zeigte mit Tafeln an, wann die Zuschauer im Studio nur zu lächeln und wann es zu grölen hatte, wann es zu klatschen galt, und wann eine Standing Ovation gefordert war.

Einzug in den «Musikantenstadl»

«Aufstehen und Fähnchen schwenken» ordnete der Studiocoach beim Einmarsch der MGL in den «Musikantenstadl» an. Stimmung wie im Hallenstadion mit Andy Borg breitete sich in der Leibstadter Halle aus.

Der Aufnahmeleiter Gschwind hatte aus Kostengründen ein gedrängtes Programm zusammengestellt. So ging es direkt zur Finalausscheidung des Eurovision Song Contest. Mit dem Chor Bodytown, alias Männerchor Leibstadt, will das Schweizer Fernsehen wieder einmal punkten. Aus den Reihen der Musikgesellschaft kam der Solovortrag von Raphael Kalt am Flügelhorn, begleitet von Oskar Kalt und Anne Duthaler.

Mit dem Hit «Summer Wine» holte das Duo Serafina Mazhiqi und Kai Vögele die Sympathien der Publikumsjury ab. Während Serafina mit ihrer Originalstimme bezauberte, verblüffte der 12-jährige Kai im perfekten Playback.

Mit Männerchor und Turnverein

Für die Live-Schaltungen im Sportpanorama kam noch einmal der Männerchor zum Einsatz. Als Jodler umrahmten sie das Interview auf der Rigi mit einem betont eintönigen Schwingfestsieger. Bei einer Zuschaltung aus dem Sportzentrum Magglingen glänzte der Turnverein Leibstadt an den Geräten und in einer Parodie über den Radsport. Aufgelockert wurden die Hauptbeiträge durch die Aufnahmen von Tagesschau, Meteo und Werbung. Hier ein Beitrag aus Italien von Korrespondent Luca Senza Moneta – dort eine genervte Sprecherin auf dem Meteodach, die mit Schirm gegen den Wind aus dem Ventilator kämpfte. «Soll das der Bucheli doch selber machen», lautete schliesslich ihr Kommentar. Zufrieden zeigte sich Aufnahmeleiter Daniel Muntwyler. Die Technik hatte geklappt, die Gags kamen an. «Wir wollten für einmal bewusst kein Jahreskonzert im üblichen Rahmen abhalten, diesmal stand die Unterhaltung im Vordergrund», so Muntwyler.