Zurzibiet
Baum-Freunde können jetzt auf «Schnitzeljagd» gehen

Der Forstbetrieb Studenland erfasst schützenswerte «Charakterbäume». Deren Standort kann jetzt online nachgeschlagen werden – eine Art Schnitzeljagd für Baum-Freunde.

Katharina Herzig
Drucken
Teilen
Imposante Blutbuche an der oberen Bergstrasse in Schneisingen. Felix Stauber

Imposante Blutbuche an der oberen Bergstrasse in Schneisingen. Felix Stauber

«In jedem Wald und auf der offenen Flur stehen Tausende Bäume. Sie alle sind Individuen in ihrer Art, in ihrem Alter und in ihrer Form und sie haben ihre eigene Geschichte.»

Geocaching: Eine elektronische Schnitzeljagd

«Geocaching» ist eine Freizeitbeschäftigung, bei der man – ausgerüstet mit einem GPS-Empfänger und den im Internet veröffentlichten Koordinaten – auf die Suche nach einem versteckten Schatz geht. Mit genauen Karten ist auch die Suche ohne GPS-Empfänger möglich. Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschliessend wird der Geocache wieder an der gleichen Stelle versteckt. (KAH)

So steht es auf der Gemeindewebsite von Schneisingen geschrieben. «Einzelne Bäume oder Baumgruppen fallen besonders auf – die Charakterbäume».

Zusammen mit einer extra dafür ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe hat der Forstbetrieb Studenland spezielle Bäume, sogenannte Charakterbäume, aus dem Forstrevier ausgesucht. Diese Bäume wurden fotografiert, in Faktenblättern beschrieben und auf der Website des Forstbetriebs auf einer Karte markiert.

«Zweck dieses Projekts ist es, die schönsten, gesündesten und grössten Bäume vor Abholzung zu schützen», erklärt Förster Felix Stauber. Beispielsweise übernimmt die Gemeinde Schneisingen bei zwei Exemplaren auf Privatgrundstücken den teuren Unterhalt, damit die Eigentümer die Bäume stehen lassen.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, neue «Baumfreunde» zu gewinnen. Mit den Koordinaten der Charakterbäume, die auch auf den Faktenblättern erfasst sind, hofft Stauber, dass zum Beispiel Geocacher in die Region gelockt werden.

Auch in anderen Gemeinden des Aargaus bestehen seit längerem vergleichbare Projekte. Urs Gsell, Revierförster von Muhen, Hirschthal und Holziken, hat 210 Bäume aus seinem Revier als schützenswert ausgewählt und als erster Förster mit GPS erfasst.

Die Idee, ein Inventar mit den schönsten Bäumen des Forstreviers Studenland zu erstellen, kam vom ehemaligen Gemeindeammann von Schneisingen, Claudia Graf und von ihrem Ehemann Christoph Graf. Sie schossen auch die meisten Fotos und redigierten die Texte. Beteiligt waren auch Försterpraktikant Fabian Bugmann, Adrian Baumgartner als Vize-Präsident der Betriebskommission des Forstbetriebs, Bruno Wenzinger als Vereinsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Schneisingen sowie Förster Felix Stauber.

Aktuell sind 44 Charakterbäume auf der Website des Forstbetriebs Studenland eingetragen. In den Beschreibungen ist allerlei Kurioses zu ihren Geschichten zu erfahren. Unter anderem erfährt der Baumfreund, wie die mehrere hundert Mammutbäume aus Amerika ins Zurzibiet gelangten oder wieso sich kanadische Pappeln durch Wasserleitungen fressen.

Wer einen nicht im Inventar aufgeführten Baum kennt, kann ihn dem Forstbetrieb melden. Naturbegeisterte werden eingeladen, die Bäume zu besuchen und ihre Besonderheiten kennen zu lernen.

Aktuelle Nachrichten