Innovative Bauern
Bauer schwört auch nach 32 Jahren auf Bio – und das mehr denn je

Seit 32 Jahren schwört der Fuller Bauer Hanspeter Meier auf Bio: «Bio ist die effizienteste Landwirtschaft, weil sie die Ressourcen schont.» Ebenso lange liefert er Gemüse im Abonnement vor die Tür.

Rosmarie Mehlin
Drucken
Teilen
Hanspeter Meier verteilt jeden Dienstag die «Überraschungs»-Kistchen mit aktuellen Gemüsen und Salaten – alles Bio versteht sich.

Hanspeter Meier verteilt jeden Dienstag die «Überraschungs»-Kistchen mit aktuellen Gemüsen und Salaten – alles Bio versteht sich.

Alex Spichale

Ein Kilo Kartoffeln, drei Rüebli, einen Kopfsalat, eine Zitrone, vier kleine Zwiebeln und ein Pfund Zucchetti – alles Bio! Hanspeter Meier packt das Bestellte in eine niedrige grüne Kiste und schon ist die nächste Kiste an der Reihe, denn am anderen Tag ist Hauslieferungs-Tag.

«Einzelbestellungen kommen per Mail rein, vor allem liefere ich aber an Abonnenten. Sie bekommen jeden Dienstag ihr «Überraschungs»-Kistchen mit aktuellen Gemüsen und Salaten, können aber natürlich auch Wünsche äussern.»

Abonnements-Kisten gibts für 20, 30 oder 50 Franken – je nach Haushaltgrösse. «Am liebsten sind mir Familien mit sieben Kindern», sagt Meier und schmunzelt.

Generationen-Hof mit 10 Hektaren

1983 hatte er von seinem Vater den Kleinbauernhof in Full mit zehn Hektaren Land, der schon seit Generationen von der Familie Meier bewirtschaftet wurde, übernommen. Von Anfang an kam für den damals 24-Jährigen nichts anderes infrage, als voll und ganz auf Bio zu setzen.

«Ich war schon sehr früh in Sachen Umwelt sensibilisiert, war auch aktiv gegen das AKW Kaiseraugst und ich bin nach wie vor überzeugter Bio-Bauer, ja, mehr noch als vor 30 Jahren.» Vieles, was er damals nur ahnte, habe sich bestätigt: «Bio ist die effizienteste Landwirtschaft, weil sie die Ressourcen schont.»

Die Idee mit dem Gemüse-Abo-Hauslieferdienst hatte er auch bereits 1983 realisiert. Nach einer Schreinerlehre war Hanspeter Meier zunächst eineinhalb Jahre als Hilfsmatrose zur See gefahren, «auf einem uralten Frachter». Danach hatte er eine Landwirtschaftslehre und anschliessend die Weiterbildung zum Meisterlandwirt gemacht.

In einem offenen Laufstall neben dem idyllisch am Rhein gelegenen Bauernhaus sind ein Dutzend Mutterkühe zusammen mit ihren Kälbern zu Hause. «Sie gehören zu Bio, weil sie Bestandteil vom Nährstoff-Kreislauf sind. Draussen fressen sie Gras, das später als Mist wieder aufs Feld kommt.»

Zwei Drittel seiner zehn Hektare sind Grasland. Darauf stehen viele Hochstamm-Obstbäume. «Früchte sind für einen Bio-Bauern allerdings heikel, denn die Kunden wollen halt schöne, grosse Äpfel oder Chriesi. Aber man kann als Bio-Bauer durch Zucht und Auslese auch hier erreichen, dass Pflanzen resistent werden.»

Auf dem dritten Drittel von Meiers Land gedeiht eine grosse Vielfalt von Gemüsen, Salaten und Kräutern. In den grossen Plastiktunnels, die Meier auch im Winter nicht beheizt, wachsen zurzeit unter anderem prächtige Auberginen, Peperoni, Tomaten, Gurken heran. «Natürlich sorge auch ich als Biobauer auf meinem Boden für eine sinnvolle Fruchtfolge, indem ich Grasland und Gemüseanbau in einem bestimmten Rhythmus abwechsle.»

Märkte an verschiedenen Orten

Der 56-jährige Vater von zwei erwachsenen Kindern hat zwei 100-Prozent-Angestellte sowie verschiedene Hilfskräfte, die tageweise zum Einsatz kommen. Etwa, wenn es gilt, die Kistchen für die Abonnenten zu füllen. Vor allem aber, wenn Bio-Meier seine treue Kundschaft auf den Wochenmärkten in Brugg, Baden und Bad Zurzach bedient. «Vor allem in den Städten boomt Bio ganz gewaltig», stellt Hanspeter Meier fest. Wen wundert’s: Es ist doch einfach ein tolles Lebensgefühl.

Aktuelle Nachrichten