Döttingen
Bald kommen «die grossen Bösen» ins Dorf Döttingen

Das Gesprächsthema Nummer eins bei einem Trainingsabend im Schwingkeller: das bevorstehende «Nordwestschweizerische». Am 4. und 5. August findet in Döttingen das 105. Nordwestschweizerische Schwingfest statt, Tickets gibts jetzt bereits online.

Silvan Merki
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OK-Präsident Markus Birchmeier freut sich auf das Schwingfest. SME

OK-Präsident Markus Birchmeier freut sich auf das Schwingfest. SME

18 Jahre lang hatte Markus Birchmeier hier im Sägemehl seine Kollegen gelupft, gedrückt oder gebänkelt. Vor sieben Jahren hörte er auf. Jetzt ist er stolz, für seine Klubkameraden und vor allem für den Nachwuchs als OK-Chef das 105. Nordwestschweizerische Schwingfest in Döttingen zu organisieren. Es sei viel passiert, seit man den Zuschlag erhalten habe. Nach zehn Sitzungen mit dem zehnköpfigen Organisationskomitee sind die wichtigsten Pflöcke eingeschlagen, es geht an die Detailarbeit.

Schwingsport und Unterhaltung

Es soll ein Fest für alle werden: für Jung und Alt, für Schwinger und Nichtschwinger, für Besucher aus der Nähe oder von weiter weg. «Wenn so viele Leute kommen, wie wir es uns vorstellen, mache ich mir gar keine Sorgen.» Die Besucherzahl ist für die Organisatoren denn auch die grösste Unbekannte. Vor allem auf den Andrang am Jungschwingertag mit 120 Teilnehmern vom Samstag, 4. August, und das anschliessende Sommernachtsfest ist Birchmeier gespannt. Denn «da wissen wir am wenigsten, ob Interesse da ist an dem, was wir bieten».

Ins Angebot investieren die Macher mit einem Budget von 350000 Franken viel. Vom DJ Sigg bis zur Ländlerkapelle Hohgant Giele, vom Chuelee-Sound bis zur «Musig vo z’Hansrüedi», vom 250er-Barzelt bis zur 3500er-Schwingerarena, vom Weinbrunnen bis zur Bierschwemme. Nicht zu vergessen: der riesige Gabentempel mit dem 1000-Kilo-Muni «Ueli» für den Sieger. Der Vorverkauf für den Kampf der rund 160 «grossen Bösen» am Sonntag, 5. August, hat begonnen. Wer sich einen Platz auf den Rängen oder den Holzbänken sichern will, tut dies im Online-Ticketshop.

Muni, Pferd, Rind und Fohlen

Bei einem Schwingfest wie diesem gehe es vor allem darum, den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu finden. «Unsere Topathleten trainieren wie Profifussballer oder die Skistars. Trotzdem bewahren wir den traditionellen Rahmen. Genau das macht Schwingen so attraktiv», ist Markus Birchmeier überzeugt. Er freut sich, dass unzählige grosse und kleine Sponsoren, Firmen wie Private, den Anlass unterstützen. Von den Spendern der Lebendpreise – neben dem Muni auch ein Pferd, ein Rind und ein Fohlen – bis zum finanziellen MiniZustupf.

Mehr als 300 Helferinnen und Helfer stehen neben dem organisierenden Schwingklub Zurzach im Einsatz. Das OK suche weiterhin Freiwillige, man könne man sich nach wie vor über die Website melden. Für den Auf- und Abbau vor und nach dem Fest steht ein Aufgebot der Zivilschutzorganisation Studenland im Einsatz. «Unmöglich, ohne solche Engagements, ein Fest dieser Grössenordnung durchzuführen», meint Markus Birchmeier. Er schaut noch ein wenig dem Training im Schwingkeller zu und fragt sich, ob wohl in einem Vierteljahrhundert die heutigen Nachwuchsschwinger wieder so ein Verbandsfest organisieren.

Alle Infos zum Fest, Tickets und Helfer-Eintragung: www.nws-doettingen.ch