Lengnau
Bald drei Italiener auf 50 Metern – braucht es das wirklich?

Kein halbes Jahr nach der Schliessung des Café Extrawurst buhlt ab kommender Woche ein neues Restaurant um die Gunst der Gäste – ausgerechnet ein italienisches.

Daniel Weissenbrunner
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Innerhalb von 50 Metern bieten in Lengnau ab nächster Woche drei Betriebe «Italianità» - und damit auch Teigwaren - an. (Symbolbild)

Innerhalb von 50 Metern bieten in Lengnau ab nächster Woche drei Betriebe «Italianità» - und damit auch Teigwaren - an. (Symbolbild)

HO

Lengnau liegt in Italien. Wenn man die Dichte an Restaurants mit mediterranem Flair in der Surbtaler Gemeinde hernimmt, trifft diese Behauptung ohne Übertreibung zu. Innerhalb von 50 Metern bieten ab kommender Woche nicht weniger als drei Betriebe «Italianità» an. Zur bestehenden «Trattoria il Carpaccio» und dem Restaurant «Nix in der Krone» versucht neu das Ristorante Schmitte «De Finibus Terrae» mit südländischer Küche im Ort Fuss zu fassen.

Die Ankündigung an der Eingangstür.

Die Ankündigung an der Eingangstür.

ZVG

An den Stammtischen in Lengnau löst die Neueröffnung Verwunderung aus. Der Tenor ist einstimmig: «Braucht es tatsächlich einen weiteren ‹Italiener›?»

Für den neuen Wirt des Ristorante «De Finibus Terrae», Alfredo Caricasole, stellt sich diese Frage nicht. Er sieht sich nicht als Konkurrent, sondern als Ergänzung zum bestehenden Angebot. Caricasole setzt auf selber gemachte Teigwaren und Fischgerichte aus seiner Heimat und will sich so abgrenzen. Der 39-Jährige stammt aus der Region Lecce und hat als Gastronom Erfahrung. Er führte im zürcherischen Flurlingen bereits einmal einen Betrieb.

Konkurrenz hält sich zurück

In Lengnau kursieren Zweifel, ob dieses Konzept zum Erfolg führt. Die letzte Restaurantschliessung ist den Leuten noch in lebhafter Erinnerung. Erst im Juni verschwand das Café Extrawurst, der Vorgänger des «De Finibus Terrae», von der Bildfläche. Das Café und Bistro war nur ein halbes Jahr nach seiner Eröffnung schon wieder Geschichte. Ohne Wirkung blieb damals der Auftritt in der Sendung «Bumann der Restauranttester» auf dem Fernsehsender 3+.

Solche Bedenken hat Alfredo Caricasole nicht. Er betrachtet das Ende der «Extrawurst» nicht als schlechtes Omen. Der dreifache Familienvater, der in Villmergen wohnt, glaubt, dass sich sein qualitativ hochwertiges Produkt durchsetzen werde. Das Restaurant bietet Platz für 45 Gäste. Momentan sind die letzten Arbeiten im Gang. In den kommenden Tagen werden 3000 Eröffnungs-Flyer in die Surbtaler Briefkästen verschickt.

Die Konkurrenz hält sich bedeckt und möchte sich öffentlich nicht zum neuen Nachbarn äussern. Alfredo Caricasole will seinerseits einen guten Kontakt zu seinen Mitstreitern pflegen. Er hofft, dass vom Start des «De Finibus Terrae» alle profitieren werden. Denn Restaurantsterben haben die Lengnauer in der Vergangenheit genügend erlebt.