Bad Zurzach
Aussergewöhnlicher Einsatz: Feuerwehr rettet seltenen Vogel von Fenstersims in Industriepark

In Bad Zurzach ist eine Waldschnepfe in Not geraten. Dies löste einen aussergewöhnlichen Einsatz für die Stützpunktfeuerwehr Zurzach aus. Der Vogel ist im Mittelland sehr selten. Sein Vorkommen überrascht deshalb auch die Vogelwarte Sempach.

Louis Fedier
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Die Stützpunktfeuerwehr Zurzach ist vor kurzem zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen worden. Bei der SODI Industriepark AG in Bad Zurzach steckte ein Vogel auf einem unzugänglichen Fenstersims fest und musste heruntergeholt werden.

In besten Händen: Die gerettete Waldschnepfe.

In besten Händen: Die gerettete Waldschnepfe.

Zvg / Stützpunktfeuerwehr Zurzach

Dass ein Vogel durch die Feuerwehr gerettet werden muss, kommt gemäss Tibor Fuchs, Stabsoffizier bei der Stützpunktfeuerwehr Zurzach, nur äusserst selten vor. Er selbst habe dies in seiner ganzen Karriere noch nie erlebt.

Vor Ort konnte die mit zwei Mann und einem Löschfahrzeug ausgerückte Feuerwehr das Tier von Hand aus seiner misslichen Lage befreien. Bei näherer Betrachtung wurde auch klar, dass es sich beim geretteten Vogel höchstwahrscheinlich um eine Waldschnepfe handelt.

Vogelwarte Sempach ist überrascht

Diese vor allem dämmerungs- und nachtaktive Vogelart lebt normalerweise sehr heimlich und zurückgezogen, weswegen sie kaum je von Menschen gesehen wird. Die Waldschnepfe war früher fast in allen Wäldern der Schweiz heimisch, befindet sich aber inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Arten, weil ihr Bestand im Schweizer Mittelland seit Jahren zurückgeht.

Die Waldschnepfe ist ein sehr zurückgezogen lebender Vogel.

Die Waldschnepfe ist ein sehr zurückgezogen lebender Vogel.

Agrisk/iStockphoto

Dass nun gerade in Bad Zurzach einer dieser seltenen Vögel auftauchte, ist vor diesem Hintergrund umso erstaunlicher. Dieser Ansicht ist auch Livio Rey von der Öffentlichkeitsarbeit der Vogelwarte Sempach. Er schätzt, dass die Waldschnepfe wohl mit einer Fensterscheibe kollidiert sei. Dass sich eine solche Kollision aber im August und nicht während der Zugzeit im Oktober oder November ereignete, sei schon speziell, so Rey weiter.

Der Fall zeige aber einmal mehr, wie gross das Problem der Glaskollisionen sei. Rey betont, dass in der Schweiz jährlich mehrere Millionen Vögel wegen solcher Unfälle sterben. Gerade bei den bedrohten Arten sei es sehr schade, wenn die Bestände durch solche Kollisionen zusätzlich dezimiert würden.