Klingnau
Babyboom macht neuen Kindergarten-Pavillon nötig – Lernende mit genialer Idee

Der Kindergarten zählt nun schon 84 Buben und Mädchen. Das machte den Neubau eines Pavillons für die vierte Abteilung nötig. Und beim Doppelkindergarten aus den 60er-Jahren besteht Handlungsbedarf.

Philipp Zimmermann
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Neuer Kindergartenpavillon in Klingnau (18.01.2020)
17 Bilder
Für die Kinder ist die Rutsche das Highlight am Tag der offenen Tür.
Das Rutschen macht offenbar grossen Spass.
"Herzlich willkommen": Hier gehts in den neuen Pavillon.
Das grosse Unterrichtszimmer wirkt hell ...
Das grosse Zimmer im neuen Pavillon.
Spielsachen sind bereit.
Auch einen Wochenplan findet man hier, sowie ...
... Telefone ...
... Handtaschen ...
... oder einen Kinderwagen samt Inhalt.
Die grosszügige Garderobe.
Links nicht im Bild die kleine Küche.
Dieses Zimmer wird für die Schulische Heilpädagogik genutzt.
Oben der neue grüne Kindergarten-Pavillon.
Unten der 2012 erstelle rote Kindergarten-Pavillon, der nun vor starker Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Neuer Kindergartenpavillon in Klingnau (18.01.2020)

Philipp Zimmermann

Eine lange Schlange bildet sich am Samstag beim Tag der offenen Tür des neuen Kindergarten-Pavillons in Klingnau: Buben und Mädchen stehen an für die rote Rutsche, die vom neuen Pavillon hinab führt. Ihr Jauchzen ist unüberhörbar. Ihre Bäckchen glänzen rot.

Den neuen Pavillon, ein Stahl-Holzbau, hat die Gemeinde für die vierte Abteilung des Kindergartens erstellt. Er steht auf dem 2012 gebauten Pavillon, in dem die dritte Abteilung unterrichtet wird. Zum Eingang und zur Rutsche führt eine Treppe. Die Rutsche ins Spiel gebracht hatten die Lernenden Dominik Keller und Claudio Galli von der Architeke AG aus Brugg. Diese hat den Bau unter Architekt Beat Klaus realisiert. "Wir wollten ein schönes Erlebnis für die Kinder schaffen", erzählt Dominik Keller, der in Klingnau in Sichtweite des Kindergartens wohnt. Das ist offensichtlich gelungen. Für die Kindergärtler ist die Rutsche genial.

Kinderboom als Auslöser

Die vierte Abteilung des Kindergartens wurde nötig wegen des Babybooms in der Gemeinde. Der Kanton schreibt 25 Kinder als maximale Obergrenze pro Abteilung vor. Zurzeit zählt Klingnau 84 Kindergärtler, Tendenz steigend. Die Kinder werden seit Ende Oktober im neuen Pavillon im Gäntert unterrichtet. Zuvor waren sie in einem Schulzimmer eines Pavillons im Propsteiareal untergebracht.

Das grosse Zimmer im neuen Pavillon.

Das grosse Zimmer im neuen Pavillon.

Philipp Zimmermann

«Wir haben uns bewusst für eine etwas teurere Aufstockung entschieden», sagt der fürs Ressort Schule zuständige Stadtrat Kuno Schumacher. Der nebenan stehende Asylcontainer, seit letztem Jahr nicht mehr bewohnt, wird demnächst abgerissen. Auch dieser Standort wäre für den Neubau denkbar gewesen. Doch so verfüge die Gemeinde über eine Landreserve, sagt Schumacher. Als weiteren Grund für die Aufstockung fügt er an, dass der erdgeschossige Pavillon nun bei starker Sonneneinstrahlung vor Überhitzung geschützt sei. Ansonsten hätte hier Handlungsbedarf bestanden. Architekt Beat Klaus erklärt, dass ein zweigeschossiger Kindergartenbau im Aargau zwar eine Seltenheit sei. "Die innere Verdichtung ist allerdings wertvoll", sagt er.

Nächste Herausforderung beim Doppelkindergarten

Der neue Pavillon verfügt nebst Spielzimmer, Garderobe, Küche und WC über ein Zimmer, das für die Schulische Heilpädagogik des gesamten Kindergartens genutzt wird. Die Räume sind hell und freundlich. Aus den grossen Fenstern blicken die Kinder aufs Städtchen und den Friedhof. Für den Bau stand eine Kreditsumme von 920'000 Franken zur Verfügung. "Wir werden diesen Betrag nicht überschreiten", kündet Schumacher an. Allerdings stehe bald auch die Erneuerung des 1963 gebauten Doppel-Kindergartens mit den zwei Abteilungen an. "Hier besteht Handlungsbedarf.

Klingnau in Bildern:

Das Städtchen Klingnau: Die roten Teppiche wurden von den Läden und Restaurants nach der Jahrhundert-Sanierung des Städtchens ausgelegt. (2017)
35 Bilder
Schloss Klingnau: Hier wohnte einst der Gründer der Stadt Ulrich von Klingen. Klingnau wurde 1239 auf einem Schotterhügel gegründet.
Der Innenhof von Schloss Klingnau.
Blick auf die Stadtkirche im Städtchen, dem Zentrum von Klingnau.
Klingnau ist die unterste Stadt an der Aare, wenige Kilometer weiter flussabwärts, in der Nachbargemeinde Koblenz, fliesst die Aare in den Rhein.
Prächtiges Herbstwetter in Klingnau: Blick vom Rebberg auf das Städtchen. In der Gemeinde wohnen 3500 Personen. (Stand: März 2019)
Schloss Klingnau aus anderer Perspektive. Der Baum links musste mittlerweile gefällt werden.
Der Innenhof von Schloss Klingnau: Im Rittersaal feiern regelmässig unterschiedlichste Gesellschaften. Hier traf man sich zum Jassturnier am AZ-Jasskönig 2017.
Im Dezember findet jeweils der Chlausmarkt statt.
Klingnau in Weiss gehüllt - Blick vom Rebberg.
An der Fasnacht kommt es im Städtchen jeweils zu einer Treibjagd zwischen Räbehegeln "Brieggerli" und "Lächerli" und Kindern.
Die Schüler bewerfen beim alten Fasnachtsbrauch die beiden Maskierten mit der Geissel mit Runkeln und Kabisstorzen.
Hundete Zuschauer zieht der um
Die mächtige Propstei in Klingnau, hier befinden sich auch Gemeindekanzlei und Büros der Gemeinderäte.
Zu Klingnau gehört das Naturschutz-Paradies "Klingnauer Stausee": Es ist gerade bei Vogelkundlern (Ornithologen) bekannt und beliebt.
Entstanden ist der Stausee durch den Bau des Wasserkraftwerks Klingnau von 1931 bis 1935.
Schlichtweg schön: Ein Sonnenuntergang am Klingnauer Stausee.
Ein Geheimtipp: Die Aussicht vom Klingnauer Aussichtspunkt Hönger.
Aus der Vogelperspektive: Blick auf den Klingnauer Stausee mit Döttingen (links) und Klingnau (rechts) vor dem Klingnauer Stausee.
Im Sommer 2018 war der Donnschtig-Jass zu Gast im Städtchen.
"Donnschtig-Jass" in Klingnau: Beni Thurnheer am "Hau den Lukas", beobachtet von Roman Kilchsperger als Abba-Sänger.
"Donnschtig-Jass" in Klingnau: Rund 3000 Besucher sorgten für eine tolle Atmosphäre.
Das Schulhaus Schützenmatt: In Klingnau befinden sich Primarschule sowie sämtliche Oberstufenzüge von Real, Sek und Bez.
Das Schwimmbad in Klingnau: Es hat viel Platz und geniesst einen guten Ruf.
Für Schlagzeilen sorgte im Sommer 2012 der Goldfund von Klingnau. Diese 10 Goldbarren (2,6 Kilogramm) fanden zwei Gemeindearbeiter eines Morgens.
An diesem Fussweg, zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse, lagen die 10 Goldbarren hinter dem Strauch, der sich zwischen Kandelaber und Mauer befindet.
Die Goldbarren lagen in einem Plastiksack, der in dieser Kuhle an der Mauer zur Umfahrungsstrasse lag. (Bild von 2017)
Fünf Jahre nach dem Fund hatte sich niemand gemeldet, dem alle oder ein Teil der Goldbarren rechtmässig gehört. Sie gingen deshalb in das Eigentum der Gemeinde über. Ihr Wert lag bei rund 100'000 Franken. Die Gemeindemitarbeiter erhielten einen Finderlohn von je 5 Prozent.
Schon 1905 gab es in Klingnau einen grossen Goldfund: Holzhauer fanden am 3. Februar 1905 im Äppelöö einen Goldschatz mit 829 Goldmünzen aus dem 16./17. Jahrhundert.
Dieser Gedenkstein im Klingnauer Wald erinnert an den Goldfund vom 3. Februar 1905
Die zwei grossen Goldfunde von Klingnau auf der Karte: 2012 fanden zwei Gemeindearbeiter 2,6 Kilogramm Goldbarren, 1905 hatten Holzhauer im Wald 829 Goldmünzen ausgegraben.
Der untere Brunnen und die Klingnauer Stadtkirche.
Die Stadtmusik Klingnau unter der Leitung von Pascal Maillard bei einem Auftritt in der Stadtkirche.
Die Stadtmusik Klingnau, hier in der katholischen Kirche, ist für ihr musikalisches Können bekannt.
Zum Abschluss: Sonnenuntergang in Klingnau, in Schwarz die Silhouette des Städtchens.

Das Städtchen Klingnau: Die roten Teppiche wurden von den Läden und Restaurants nach der Jahrhundert-Sanierung des Städtchens ausgelegt. (2017)

Philipp Zimmermann

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