AZ-Goldlauf
Frühlingsgefühle und Emotionen zum Mitnehmen: So lief der 42. Gippinger Stauseelauf

Mit dem Berner Marathon-Topläufer Adrian Lehmann und der tschechischen Olympiatriathletin Petra Kurikova aus Oberglatt feierten zwei grosse Namen den Sieg am 42. Stauseelauf.

Jörg Greb
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Das Frauenfeld angeführt von Nicole Egger (Nr. 175, Langenthal), die am ende den vierten Rang belegte.
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Siegerin Petra Kurikova.
Natalia Gemperle, Hallwil, OLK Argus. Die Russin belegte den zweiten Rang.
Nora Gmuer vom TV Windisch belegte den dritten Rang.
Nicole Egger vom LV Langenthal belegte den vierten Rang.
Sieger Adrian Lehmann (rechts, Nr. 631) vom LV Langenthal führt das Feld an.
Timo Suter aus Rütihof belegte den zweiten Rang.
Omar Tareq aus Laufenburg (D) belegte den dritten Rang.
Läufer auf dem Staudamm.
Der Samichlaus war in Begleitung auch dabei.
Die kleinsten Junioren gehen auf die Strecke.

Das Frauenfeld angeführt von Nicole Egger (Nr. 175, Langenthal), die am ende den vierten Rang belegte.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

«Hätte ich doch mein Jäckchen in der Sporttasche gelassen», klagte eine Läuferin. Die Schweisstropfen perlten auf ihrer Stirn. Statt Wärmendem sehnte sich ihr Körper nach Kühlung. Das Datum, Silvester, passte nicht zu den Temperaturen. Deutlich über 10 Grad zeigte die Quecksilbersäule. Kurzbein und Kurzarm wäre angesagt gewesen. Fantastisches Frühlingswetter, perfektes Laufwetter: ein Jahresabschluss, wie er sich kaum je präsentiert in unseren Breitengraden.

Solche Gedanken gingen auch Adrian Lehmann durch den Kopf auf den 7,53 Kilometern rund um den Stausee. Bei der letzten Austragung vor zwei Jahren war er schon am Start gewesen. Damals war’s bissig kalt. Schnee und Eis waren Begleiter, die diesmal keinerlei Sorgen bereiteten. Lehmann kam dies doppelt gelegen. Der Berner Marathonspezialist, mit 2:12:34 Stunden im letzten Frühling in Belp auf Position 5 der ewigen Schweizer Bestenliste gelaufen, holte sich am letzten Tag des Jahres die Gewissheit: «Es funktioniert wieder.»

Sieger Adrian Lehmann vom LV Langenthal.

Sieger Adrian Lehmann vom LV Langenthal.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Erst Ende November zog sich Lehmann bei einem Misstritt eine Bänderverletzung am Fuss zu. Jetzt stellte sich der 32-Jährige einer Standortbestimmung. Und diese fiel vielversprechend aus: Nur drei Sekunden büsste er ein zu damals – obwohl ihm diesmal niemand Paroli bieten konnte.

«Einfach schön», sagte Lehmann und meinte damit alles zusammen. Von Beginn an hatte er das Rennen diktiert. Nach 22:38 Minuten überquerte er die Ziellinie. Der zweitplatzierte Timo Suter (23) folgte nach 33 Sekunden – und zeigte sich ebenfalls erfreut und erstaunt. Der OL-B-Kader-Athlet aus Rütihof bei Baden unterstrich mit dieser Leistung seine läuferischen Fortschritte. Und er beweis gegenüber den Laufspezialisten taktisches Geschick. Suter verbesserte sich kontinuierlich und überholte auf dem Schlusskilometer den Deutschen Omar Tareq.

Olympia-Triathletin meistert Klassefeld

Eine höhere Dichte als das Männerfeld wies jenes der Frauen auf. Und es zeichnete sich aus durch eine überdurchschnittlich hohe Qualität. Den Sieg sicherte sich Petra Kurikova, die tschechische Olympia-Triathletin, die seit einigen Jahren im Zürcher Unterland lebt und trainiert, und sich in diesem Herbst Star-Trainer Brett Sutton (u.a. Nicola Spirig) angeschlossen hat.

Siegerin Petra Kurikova.

Siegerin Petra Kurikova.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Beim Stauseelauf stellte die 30-Jährige sogar Neues fest: «Ich kann auch nach beträchtlichen Vorbelastungen Grosses leisten.» So hatte sie vor dem Stauseelauf bereits intensiv Schwimmen trainiert. Kurikova hielt fest: «Test geglückt, auch bei mir scheinen die harten Trainings und die Sutton-Philosophie anzuschlagen.»

Auf Platz 2 kämpfte sich nach vorsichtigem Start die OL-Weltklasse-Läuferin Natalia Gemperle. Die Russin mit Schweizer Ehemann aus Hallwil freute sich aus mehreren Gründen: «Ich konnte mich ständig nach vorne orientieren, staunte zwischenzeitlich über einen Kilometerabschnitt von weniger als 3 Minuten und unterbot mit meinen 25:26 Minuten Rolfs Streckenbestmarke um zwei Sekunden.» Das freute auch Ehemann Rolf. Schliesslich trägt er die Verantwortung für den Aufbau seiner Gattin.

Auf Platz 3 lief mit Nora Gmür eine weitere (gebürtige) Aargauerin und Triathletin. Die 20-Jährige folgte weitere 17 Sekunden auf Gemperle. Mit einem Rückstand von 56 Sekunden auf die Siegerin blieb auch Vorjahressiegerin Nicole Egger in Tuchfühlung mit den Besten.

Und Freude herrschte auch bei den Organisatoren. OK-Präsident Philipp Hauenstein: «Alles klappte und wir erhielten viele aufbauende Echos. Das Weitermachen trotz Unsicherheiten machte sich bezahlt.»

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