Unterendingen
Axpo-Chef entschuldigt sich für Absage an Sporthalle

Heinz Karrer spricht über die Gründe für den Rückzug der Axpo vom Sporthallen-Projekt in Unterendingen im Frühling dieses Jahres. Ein Sponsoring sei zwar vorstellbar, aber keine Mitfinanzierung über 6 Mio. Franken.

Pirmin Kramer
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Axpo-Chef Heinz Karrer

Axpo-Chef Heinz Karrer

«Ein Projekt mit Ausstrahlung, ein Leuchtturm für den Sport im Bezirk muss beerdigt werden», sagte Endingens Gemeindeammann Lukas Keller im Mai dieses Jahres. Im Zurzibiet hätte eine Sporthalle gebaut werden sollen. Die Kosten waren mit 10 Millionen Franken veranschlagt, und die Arbeitsgruppe um Keller hatte damit gerechnet, dass der Energiekonzern Axpo 6 Millionen der Kosten übernimmt. Diesen Frühling kam aber die Absage der Axpo.

Nun ist Axpo-Chef Heinz Karrer nach Unterendingen gereist, um an der Gemeindeammänner-Vereinigung Stellung zu nehmen. «Es gibt eigentlich zwei wesentliche Gründe für unseren Entscheid», sagte er. «Der erste Grund ist der Umfang von 6 Millionen Franken. Wir haben noch nie ein Engagement in dieser Grössenordnung gemacht, wir haben von Beginn an gesagt, das sei jenseits unserer Möglichkeiten. Für uns kam ein Sponsoring infrage.»

Zweitens habe es in der Vergangenheit schon aus anderen Gemeinden Anfragen zur Mitfinanzierung einer Turnhalle gegeben. «Eine Mitfinanzireung kam für uns aber nie infrage, auch bei anderen Gemeinden nicht, das besagen unsere Leitlinien. Der dritte Grund: «Wir sind in einer Phase, in der wir Kosten reduzieren und Personal abbauen, da wäre ein so grosses finanzielles Engagement intern zu Recht nicht vertretbar gewesen», sagt Karrer.

Er könne sich nur entschuldigen dafür, wie das Ganze abgelaufen sei. «Es ist primär ein Fehler von mir, dass das Projekt weiter diskutiert wurde und Sie im Glauben gelassen wurden, dass ein 6-Millionen-Engagement vorgesehen sei. Ich habe zu wenig schnell realisiert, dass am Projekt mit falschen Annahmen weitergearbeitet wurde.» Die Axpo engagiere sich seit Jahren in verschiedensten sportlichen, kulturellen wie auch sozialen Projekten in der Gegend. «Nach wie vor gilt, dass wir uns ein beträchtliches Sponsoring für eine Turnhalle vorstellen können, aber keine Mitfinanzierung.»

«Region im Regen stehen gelassen»

«So, wie Sie das jetzt darstellen, ist es einfach nicht abgelaufen», sagte Lukas Keller. «Wir haben immer damit geplant, dass die Finanzierung der Halle fremdfinanziert wird. Mit diesem Konzept haben wir 2009 die Axpo kontaktiert. Uns wurde gesagt, ein Engagement sei möglich. Die Axpo hat ganz konkret von 6 Millionen Franken gesprochen, das ist protokolliert worden.» Die Axpo habe sogar einen Vertreter in die Arbeitsgruppe gesandt. «Ich habe Mühe damit, wenn Sie sagen, die 6 Millionen Franken seien ein Missverständnis. Für uns ist es eine grosse Enttäuschung, dass die Axpo die Region im Regen stehen lässt.» Karrer antwortete: «Es sind intern bei uns Fehler passiert, dafür kann ich mich nur entschuldigen.»