Koblenz
«Ausländische Firmen kochen auch nur mit Wasser»

Seit 40 Jahren behauptet sich das Familienunternehmen Ernst Küchen in Koblenz in einem anforderungsreichen Umfeld. «Das Vorurteil, dass im Ausland alle Produkte preisgünstiger sind, ist weit verbreitet», sagt Martin Ernst.

Louis Probst
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Die Küchenbaufirma von Sonja und Martin Ernst feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Louis Probst

Die Küchenbaufirma von Sonja und Martin Ernst feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Louis Probst

«Das Vorurteil, dass im Ausland alle Produkte preisgünstiger sind, ist weit verbreitet», sagt Martin Ernst.

«Man stellt aber fest, dass die ausländischen Erzeugnisse letztlich oft nicht preisgünstiger sind. Auch im Ausland kocht man nur mit Wasser.» Martin Ernst weiss, wovon er spricht.

Der Einkaufstourismus nach Deutschland beschränkt sich ja nicht bloss auf Lebensmittel oder Unterhaltungselektronik. Gerade im Tätigkeitsgebiet der Ernst Küchen wird der Konkurrenzdruck von jenseits des Rheins sehr stark spürbar.

Das kommt nicht zuletzt in den bunten Prospekten grosser deutscher Anbieter zum Ausdruck, die regelmässig in die Schweizer Briefkästen flattern.

Beginn in der Garage

Doch Jammern ist nicht Martin Ernsts Sache. «Gerade weil sich unser Unternehmen in Grenznähe befindet, wissen wir, dass sich viele Leute aus dem Zurzibiet, aber auch aus der weiteren Umgebung, für ihre neue Küche ins benachbarte Ausland begeben», sagt er.

«Das tut natürlich weh. Wir haben jedoch von Koblenz aus auch schon Küchen nach Deutschland geliefert. Und sogar nach Irland, in die Türkei und nach Kroatien. Wobei aber hinter diesen Aufträgen persönliche Kontakte gestanden haben. Es tut aber gut, wenn uns Kunden sagen, dass sie sich auch im Ausland umgesehen und dabei festgestellt haben, dass bei genauerer Betrachtung der Preis letztlich hüben wie drüben derselbe sei – auch bei einem Euro-Wechselkurs von Fr. 1.20.»

Vor 40 Jahren hatte sich Erhard Ernst, der Vater von Martin Ernst, als Küchenmonteur selbstständig gemacht. Vorerst dienten Garage und Keller im Einfamilienhaus der Ernsts als Werkstätte. Später wurde ein Schuppen gemietet.

1978 erfolgte der Bau einer Schreinerei an der Tüftelstrasse in Koblenz. 1987 trat Martin Ernst, gelernter Schreiner und seit 1992 diplomierter Schreinermeister, in die Firma ein. Und 1993 gründete er zusammen mit seiner Frau Sonja die Firma Ernst Küchen GmbH. Seit 1991 ist die Ernst Küchen mit einer Ausstellung in Wettingen präsent; seit 2003 an der Schartenstrasse.

Viele Trümpfe

Dass sich die Ernst Küchen als kleines Unternehmen – zurzeit werden ein Angestellter beschäftigt und ein Schreinerlehrling ausgebildet – in einem anforderungsreichen Umfeld erfolgreich behaupten konnte und kann, führt Martin Ernst auf verschiedene Gründe zurück.

«Wir haben den Vorteil einer eigenen Schreinerei, die auch allgemeine Schreinerarbeiten ausführt», stellt er fest. «Wir können daher praktisch jeden Kundenwunsch erfüllen. Bei industriellen Anbietern kommen Spezialwünsche einiges teurer zu stehen. Durch unsere Flexibilität können wir selbst in der Bauphase noch auf Kundenwünsche eingehen.»

Wichtige Vorteile seien auch die Nähe zu den Kunden und die Zuverlässigkeit bei den Terminen. Auch dabei kann die Ernst Küchen auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Schweizer Küchenbauer Piatti zählen. Die Ernst Küchen ist seit vielen Jahren Piatti-Regionalvertreter für das untere Aaretal und für duie Region Baden-Wettingen. «Eine unserer Stärken sind aber auch Küchenrenovationen», sagt Martin Ernst. «Und als Gratisdienstleistung besorgen wir die Koordination der Arbeiten mit andern Handwerkern.»

«Man muss sich profilieren»

Küchenbauer Martin Ernst schaut denn auch der Zukunft ruhig entgegen. «Wir versuchen, weiterhin seriös zu bleiben, gute Arbeit zu leisten und uns auf die Bedürfnisse des Kunden zu konzentrieren», erklärt er. «Man muss sich gegenüber seinen Mitbewerbern profilieren. Wir wollen ja weiterhin Küchen verkaufen.»

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