Döttingen
Ausgeschaffter Schläger vom Winzerfest ist zurück und raubt Denner aus

Seit längerer Zeit beschäftigen die Kastrati-Brüder die Behörden. Der ältere der scheinbar unbelehrbaren kriminellen Aargauer, B. Kastrati, ist nun trotz seiner Ausweisung zurück in der Schweiz und hat eine Denner-Filiale ausgeraubt.

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Die Kastrati-Brüder werden abgeführt
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Die Kastrati-Brüder werden abgeführt.

Die Kastrati-Brüder werden abgeführt

Alois Felber

Die Geschichte ist unglaublich. Die Brüder V. (24) und B. (28) Kastrati sind konstant im Konflikt mit der Polizei. 2007 kam es am Döttinger Winzerfest zu einer Schlägerei: Dort mussten die Brüder eine Niederlage einstecken und erhielten Prügel. Doch sie gingen nach Hause, holten ein 13 Zentimeter langes Lasermesser und einen 1,4 Kilogramm schweren Drehmomentschlüssel und suchten die Strassen nach ihren Kontrahenten ab.

Auf der Aarebrücke zwischen Döttingen und Kleindöttingen stoppten sie dann das Auto des Bruders eines ihrer Widersachers. Einer der Brüder schlug mit dem Drehmomentschlüssel auf dessen Kopf ein. Der Mann erlitt Rissquetschwunden. Ein anderes Opfer erlitt später in Döttingen trug einen Messerstich in den Oberarm. Hierbei brach die Messerklinge ab.

Im Juni 2008 sprach das Bezirksgericht Zurzach die beiden der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig. B. Kastrati wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. V. Kastrati erhielt eine dreijährige Freiheitsstrafe in einer Jugendanstalt, da er zur Tatzeit noch minderjährig war. Das Obergericht bestätigte die Schuldsprüche, beim älteren Bruder wurde die Dauer der Haftstrafe wegen einer formalen Korrektur auf 6 Jahre und 11 Monate reduziert, weil gleichzeitig eine bedingte Vostrafe von 30 Tagen widerrufen wurde.

Doch der jüngere der beiden Kosovo-Albaner wollte sich dem Urteil nicht beugen. Nicht nur brach er aus dem Jugendheim im thurgauischen Kalchrain aus, sondern auch aus der geschlossenen Jugendanstalt Aarburg im Mai 2008 - dies über Dächer unter halsbrecherischen Bedingungen.

Nach verbalen Drohungen und teilweise massiven Schlägen nahm V. Kastrati drei Gleichaltrigen am Klingnauer Stausee zwei Mobiltelefone und eine Musikbox ab. Zwei Tage später trafen die Geschädigten des Winzerfest-Vorfalls in einem Klingnauer Quartier auf ihn. Es kam zu einer wilden Verfolgungsjagd. Um seinen Widersachern zu entkommen, zwang der Kosovo-Albaner einen Autofahrer, ihm sein Auto zu überlassen, und machte sich aus dem Staub.

Wegen des Raubes am Stausee brummte das Bezirksgericht Zurzach V. Kastrati im März 2010 dann 14 Monate Gefängnis unbedingt auf. Damit war klar, dass er nach Verbüssung der Strafe in den Kosovo abgeschoben wird. Er kam schliesslich ins Gefängnis Grosshof im luzernischen Willisau. Schon im April flüchtete er mit zwei weiteren Häftlingen aus der Anstalt. Während die beiden anderen gefasst wurden, konnte V. Kastrati untertauchen – bis heute.

Sein Bruder B. Kastrati wurde dagegen, nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, in den Kosovo ausgeschafft.

B. Kastrati kehrte aber anscheinend heimlich zurück. Wie der «Blick» schreibt, stecke er hinter dem Raubüberfall auf eine Denner-Filiale in Döttingen am 14. Februar. Dort wurde das Personal mit einer Pistole bedroht und die Kasse geplündert.

Der Täter wurde von der Polizei wenige Minuten später im benachbarten Klingnau gefasst. Dort sind die Kastratis aufgewachsen. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Die zuständige Aargauer Staatsanwaltschaft will die Informationen des «Blicks» aber weder bestätigen noch dementieren. (zam/pz)

Artikel vom 28.2.2015

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