Lengnau
Aus für Café Extrawurst: «Mir ging es nie ums Geld»

Das Café Extrawurst im Dorfzentrum von Lengnau – einst «Schmitte Beizli» – wurde noch im Frühling durch die Fernsehsendung «Bumann der Restauranttester» bekannt. Nun hat Cinzia Starnino ihr Café geschlossen. Im Interview sagt sie warum.

Samuel Buchmann
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Cinzia Starnino hört Restauranttester Bumann zu.

Cinzia Starnino hört Restauranttester Bumann zu.

Nadja Rohner

Frau Starnino, Sie haben Mitte Juni Ihr Café in Lengnau geschlossen. Warum?

Cinzia Starnino: Mein Sohn hat gesundheitliche Probleme und mehrere Operationen vor sich. Ich will mich um ihn kümmern, denn meine Familie kommt an erster Stelle. Daneben reicht die Zeit einfach nicht, um ein Restaurant zu betreiben.

Sie haben das Lokal also nicht aus wirtschaftlichen Gründen zugemacht?

Nein. Mit den Einnahmen, die wir erzielten, kamen wir gut über die Runden. Daniel Bumann hat uns mit seinem Konzept wirklich geholfen und ich kann mich nur bei ihm bedanken.

Wie immer: Der Restaurant-Tester kommt überraschend in Lengnau vorbei.
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Er bestellt im «Schmitte Beizli» querbeet durch die Speisekarte.
In der Schmitte-Küche geht die Arbeit los.
Restaurant-Tester Daniel Bumann probiert das Angebot der Lengnauer Beiz.
Das Fleisch ist «zäh wie Leder»: Bumann ist nicht zufrieden.
Standpauke in der Küche: Ein neues Konzept muss her.
Wie weiter? Daniel Bumann gibt der Lengnauer Wirtin Cinzia Di Vetta Ratschläge.
Die drei Freundinnen in ihrem Restaurant.
Bumann macht Verbesserungsvorschläge.
Auf dem Weg zum Geschirr-Fachmarkt.
Hier gibt es neues Geschirr für das neue Konzept.
Bumann - Episode Schmitte Lengnau
Hat auch einen Auftritt: Die az mit der Reportage von den Dreharbeiten im November 2014.
Profi-Support: Wurstkönig Roger Vogel in der Schmitte-Küche.
Bei Radio Argovia machen die drei Frauen Werbung für die Neueröffnung ihres Restaurants.
Den Frauen und dem Restauranttester ist das Lachen noch nicht vergangen.
Extrawurst: Das neue Konzept kommt auf den Tisch.
Happpy End? Die Freundinnen vor ihrem «neuen» Restaurant.

Wie immer: Der Restaurant-Tester kommt überraschend in Lengnau vorbei.

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Kam das Konzept denn bei den Gästen gut an?

Bei den meisten schon. Wir hatten Gäste, die von weit her kamen, um bei uns zu essen. Natürlich gab es auch Leute, denen die Idee mit der Currywurst nicht gefiel.

Wie viele Gäste hatten Sie pro Woche?

Zwischen 90 und 140. So viele hatten wir vor dem Restauranttester nicht einmal in einem Monat.

Das wären pro Tag etwa 15 bis 20 Gäste. Das Lokal hat aber viel mehr Sitzplätze.

Ja, das war tatsächlich ein Problem – der Raum war so gross, dass er fast immer leer aussah. Das Lokal ist für ein Dorf wie Lengnau viel zu gross. In einer Stadt wie Baden hätte das anders ausgesehen.

So viel Restaurantfläche ist auch teuer, zusätzlich hatten Sie einen Koch angestellt. Blieb da noch Gewinn übrig?

Nein, aber mir ging es nie ums Geld, sondern darum, für meine Gäste da zu sein. Von ihnen habe ich viel Unterstützung erhalten, dafür möchte ich mich bedanken.

Würden Sie das Café nochmals übernehmen, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten?

Nein – zumindest nicht in Lengnau und nicht mit der gesundheitlichen Situation meines Sohnes.