Rietheim
Aus dem Rietheimer Turnhallendach wird ein Solarkraftwerk

Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung einen Kredit über 160000 Franken. Mit der erwarteten Leistung kann die Anlage in 15 bis 20 Jahren amortisiert werden. Rietheim will so einen Beitrag zum Ausstieg aus der Atomenergie leisten.

Angelo Zambelli
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Auf dem Dach der Rietheimer Turnhalle ist die Installation einer Photovoltaikanlage geplant. Angelo Zambelli

Auf dem Dach der Rietheimer Turnhalle ist die Installation einer Photovoltaikanlage geplant. Angelo Zambelli

Die Nuklearkatastrophe vom 11.März 2011 im japanischen Fukushima und der anschliessende Beschluss des Bundesrates, aus der Kernenergie auszusteigen, seien der Auslöser gewesen, den Bau einer Solaranlage ins Auge zu fassen, sagt Rudolf Nydegger, Präsident der Elektrakommission Rietheim. «Uns war bewusst, dass jeder seinen Möglichkeiten entsprechend einen Beitrag leisten muss, soll der Wechsel von der Kernenergie zu den alternativen Energien gelingen.»

Das Dach der Turnhalle bot sich für den Bau einer Solaranlage geradezu an. Abklärungen und Berechnungen durch den Solarspezialisten Gerhard Laube ergaben, dass die zu erwartende Leistung den Bau einer Solaranlage auf dem gemeindeeigenen Gebäude und die damit verbundenen Investitionen rechtfertigen. «Die Lage der Gemeinde Rietheim und des Gebäudes ist nicht optimal, reicht aber doch aus, um eine gute Auslastung sicherzustellen», sagt Nydegger. Naheliegend war, dass der Eigenwirtschaftsbetrieb Elektra Rietheim als Bauherr und Betreiber der Solaranlage auftritt.

Geplant ist eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 50 Kilowatt. «Damit kann ein kleiner Teil der Grundlast der Gemeinde Rietheim abgedeckt werden», sagt Kommissionspräsident Nydegger.

Die Kosten für die Anlage inklusive Reserven werden auf 160 000 Franken veranschlagt. Die Berechnungen haben ergeben, dass die Anlage in 15 bis 20 Jahren amortisiert wäre. Für die Finanzierung der Anlage und deren Betrieb sind zwei Varianten im Gespräch: die kostendeckende Vergütung nach der Einspeisung der gewonnenen Energie ins eigene Stromnetz sowie die Möglichkeit, dass die Rietheimerinnen und Rietheimer das Projekt mit dem Kauf des Solarstroms zu einem leicht höheren Tarif unterstützen.

So oder so liegt es nun an den Stimmberechtigten, den geplanten Beitrag der Gemeinde an den Ausstieg aus der Atomenergie zu leisten – oder ihn abzulehnen.

Budget mit Ertragsüberschuss

Weitere wichtige Traktanden der Rietheimer Gemeindeversammlung vom 16. November sind der Kredit von 30000 Franken, mit dem ein verbindliches Verkehrskonzept für das gesamte Gemeindegebiet erarbeitet werden soll, die Einführung eines Schulsekretariats an der Primarschule sowie das Budget 2012. Dieses rechnet bei einem Aufwand von 2,433 Millionen Franken, was einer Reduktion gegenüber dem Vorjahr von 0,7 Prozent entspricht, mit einem Ertragsüberschuss von 40950 Franken. Investitionen wird die Einwohnergemeinde Rietheim im nächsten Jahr keine tätigen.

Gemeindeversammlung Rietheim, Freitag, 16. November, 19.30 Uhr, Turnhalle.