Döttingen
Aus dem Altersheim wird ein Universum für 15-25 Millionen Franken

Das Projekt «Cosmos» eines Zürcher Büros gewinnt den Projektwettbewerb für die Erweiterung des Altersheims Döttingen. Die Jury lobte beim neuen Projekt den Zusammenbund zwischen Alt- und Neubau. Derzeit wird die Warteliste für das Heim immer länger.

Angelo Zambelli
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Die Ostfassade zeigt den Grundgedanken des Siegerprojekts: Die bestehende Gebäudeflucht des Altbaus (links) wird über die gesamte Länge weitergezogen.

Die Ostfassade zeigt den Grundgedanken des Siegerprojekts: Die bestehende Gebäudeflucht des Altbaus (links) wird über die gesamte Länge weitergezogen.

Haerle Hubacher Architekten

2014 ist für das regionale Altersheim Döttingen ein Jubiläumsjahr. Vor 30 Jahren – am 21. Mai, um genau zu ein – erfolgte der Spatenstich für das markante, im Dorfzentrum liegende Gebäude.

2014 ist aber auch das Jahr, in dem mit dem Abschluss des Projektwettbewerbs ein wichtiger Meilenstein bei der Erweiterung des regionalen Altersheims erreicht wurde. Als Sieger ging das Projekt «Cosmos» der Haerle Hubacher Architekten in Zürich hervor.

Mit der Bezeichnung «Cosmos» werde ausgedrückt, dass das um 24 Betten erweiterte Heim zu einem Universum als geordnetes System werden soll, schreiben die Wettbewerbsgewinner. «Eine Welt, die auch bei eingeschränktem Bewegungsradius eine grosse Vielfalt an Begegnungsmöglichkeiten bietet.»

Einstimmiger Entscheid

In der Würdigung des Siegerprojekts schreibt das Preisgericht, es könne ein Projekt zur Weiterbearbeitung vorschlagen, das sowohl aus städtebaulicher und architektonischer Sicht wie auch aus Sicht des Nutzers überzeugende Qualitäten aufweise.

Im Projektbeschrieb lobt das Preisgericht, dass die Verfasser die bestehende Gebäudeflucht aufgenommen und Alt- und Neubau zusammengebunden haben, indem sie den Sockel über die gesamte Gebäudelänge weiterziehen.

«Das bestehende Altersheim wird weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand belassen. Einzig der Lichthof wird aufgehoben und durch einen flachen Vorbau ersetzt», schreibt die Jury.

Die Verfasser hätten es geschafft, das bestehende Gebäude und den Neubau in ein neues Ganzes zu überführen und einen gut portionierten, stimmungsvollen Dorfplatz zu schaffen, schreibt das Preisgericht.

Das Preisgericht empfiehlt aber auch, die Lage des Empfangs zu überarbeiten sowie die innere Organisation und die Lage einzelner Räume innerhalb der Abteilungen weiter zu entwickeln.

Ausserdem seien im Bereich des Parks stufenlose Wege anzustreben, bei der Gestaltung der Landschaftsterrasse ausreichend Schattenplätze anzubieten und bei einer Integration des bestehenden Brunnens in die neue Anlage dessen Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Warteliste wird lang und länger

Ueli Bugmann, Präsident des Heimvorstandes rief bei der Präsentation der drei Preisträger im regionalen Altersheim Döttingen die Gründe für die Erweiterung in Erinnerung: «Das bestehende Altersheim ist aufgrund der demografischen Entwicklung zu klein und muss vergrössert werden.»

Die Warteliste für einen Heimeintritt sei immer länger geworden und auch die rückwärtigen Räume für die Dienstleistungen und das Personal würden den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen, sagte Bugmann.

Während der Kauf der für die Erweiterung des Altersheims notwendigen Landparzellen sehr harzig verlief (siehe Box), gingen die Arbeiten für den Projektwettbewerb flott voran.

Im September 2011 fand die Startsitzung mit der Projektbegleiterin Metron AG (Brugg) für die Machbarkeitsstudie statt. Nach wenig mehr als drei Monaten konnte der erste Entwurf besprochen werden.

Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie fand die erste Sitzung für den Projektwettbewerb statt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs können in einer öffentlich zugänglichen Ausstellung im Altersheim besichtigt und studiert werden.

Die Kosten für die Erweiterung des regionalen Altersheims bewegen sich in der Spannbreite zwischen 15 und 25 Millionen Franken. Die Bauarbeiten beginnen frühestens 2017.

Ausstellung der Preisträger, bis 19. Januar, 9 bis 17 Uhr im Erdgeschoss des regionalen Altersheims Döttingen.