Baldingen
Auf den Wegweisern ist wieder vom «Hölderli» zum «Schlierebach» zu lesen

Die Gemeinde Baldingen liess alte Flurnamen mittels Infotafeln wieder zu neuem Leben erwecken. Angeregt durch ein Votum an der Gemeindeversammlung wurden für die Realisierung 8000 Franken ins Budget 2013 aufgenommen. Nun wurden die Tafeln gestellt.

Rosmarie Mehlin
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Sie haben die 14 Informationstafeln aufgestellt: Hansjörg Knecht,Michael Laube und Toni Binder (von links). rmm

Sie haben die 14 Informationstafeln aufgestellt: Hansjörg Knecht,Michael Laube und Toni Binder (von links). rmm

Rosmarie Mehlin

Berghau» – «Vogelbächli» – «Güllenhau» – «Tschampeloo». Vier von 14 Ortsbezeichnungen, die seit kurzem rund um Baldingen auf Holztafeln zu lesen sind. Sie stechen ins Auge, weil die meisten von ihnen fremd tönen. Aber jede wird zugleich in Begleitung von vertrauten Namen wie Tegerfelden, Endingen, Böbikon, Ober- oder Unterbaldingen genannt. Die Holzschilder mit Dorfnamen weisen die Betrachterin in bestimmte Richtungen, während «Schlierebach» oder «Hölderli» zum Verweilen einladen.

Überlieferte Flurnamen

Es sind überlieferte Flurnamen, die den alteingesessenen Baldingern bekannt sind. Für Neuzuzüger, auswärtige Spaziergänger und Wanderer hingegen sind sie Trouvaillen.

Angeregt von einem Votum an einer Gemeindeversammlung war zur Realisierung ein Betrag von 8000 Franken ins Budget 2013 aufgenommen worden. Die Schreinerei Burger in Endingen hatte dann aus Lärchenholz die Tafeln und Wegweiser angefertigt und sie mit Laser und gelber Farbe beschriftet. Montiert wurden sie auf Stecken aus besonders haltbarem und wetterfestem Akazienholz.

Zwei Tage lang haben die einheimischen Landwirte Toni Binder, Hansjörg Knecht und Michael Laube die schmucken Informationsträger an den 14 Standorten aufgestellt. Etwa im Gebiet «Eiche», das seinen Namen klar vom imposanten, gleichnamigen Baum hat. «Die Eiche ist rund 300 Jahre alt und schon nicht mehr sehr gut ‹zwäg›, aber sie soll da stehen bleiben, weil sie da einfach hingehört», hält Toni Binder fest.

Unordnung im Kinderzimmer

Ob sich Fuchs und Hase rund um Baldingen tatsächlich Gutenacht sagen, ist schwierig zu beantworten. Klar ist aber, dass beim «Mösli» eine Hasenpopulation heimisch ist: Wenn Schnee die Felder und Wege zudeckt, sprechen die deutlichen Spuren eine klare Sprache. Und im Frühling schlägt so manche Hasen-Mama beim «Mösli» kräftige Haken, um den staunenden Spaziergänger von den Hasenkindern in der nahen Wiese abzulenken.

Mindestens eine Familie «Fuchs» – wer weiss, vielleicht auch ein ganzer Clan – hat sich im Gebiet rund um die «Ehrliwiese» eingenistet. Darauf weist jeweils im Frühsommer eine recht ordentliche Unordnung hin. Denn der Robidog bei der «Ehrliwiese» ist offensichtlich ein sehr beliebtes Spielobjekt des Fuchsnachwuchs: Die putzigen rotbraunen Welpen ziehen ganze Bahnen der orangen und braunen Säckchen aus dem Behälter, löchern sie mit ihren spitzen Zähnchen und verteilen sie – offensichtlich mit Wonne – auf den angrenzenden Feldern und Wiesen.