Atlantic Challenge
Noch 400 Kilometer bis ins Ziel: Der Döttinger Samuel Widmer steht vor dem Sieg am härtesten Ruderrennen der Welt

Das Team Swiss Raw mit dem Zurzibieter Samuel Widmer befindet sich auf der Zielgeraden der Atlantic Challenge. Das Team wird am Freitag oder Samstag in Antigua erwartet.

Daniel Weissenbrunner
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Stehen kurz vor einem historischen Triumph: Ingvar Groza, Roman Möckli, Samuel Widmer und Jan Hurni (von links).

Stehen kurz vor einem historischen Triumph: Ingvar Groza, Roman Möckli, Samuel Widmer und Jan Hurni (von links).

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Sie haben es angekündigt und scheinen ihren Traum nun zu verwirklichen: Der Döttinger Samuel Widmer (27), die Zürcher Jan Hurni (27) und Roman Möckli (27) sowie der Berner Ingvar Groza (26) befinden sich an der Atlantic Challenge auf Siegeskurs. Das Team «Swiss Raw» führt das Feld souverän an und kontrolliert den Abstand auf die folgenden Boote. Rund 4300 km der insgesamt 4723 km hat das Quartett hinter sich gebracht. Ihre Ankunft in Antigua ist für Freitagabend oder Samstag vorgesehen.

Nur noch ein gröberer Defekt am Boot kann den Triumph von Swiss Raw verhindern und um Geschichte zu schreiben: Erstmals würden bei der Atlantik-Challenge Ruderer aus einem Binnenland gewinnen.

Das Rennen sei in den letzten Tagen grossmehrheitlich relativ eintönig verlaufen, sagt Teammanager Yves Neupert.

«Tagsüber brannte die Sonne erbarmungslos herunter. Die Nächte waren indes angenehm und dadurch konnte das Team sich jeweils gut ausruhen.»

Bei stahlblauem Himmel und glühender Sonne fuhren Widmer und seine Kollegen in ein Wettersystem, welches auf den Wetterkarten nicht ersichtlich war. Auf der linken Seite blauer Himmel und Sonne, auf der rechten Seite schwarzer Himmel und Wassersäulen welche in Richtung Boot gezogen sind. Dazu ein starker Gegenwind. «Das ganze Spektakel dauerte vier Stunden, danach gabs auf einen Schlag rund drei Stunden Flaute», sagt Neupert.

Das Team habe blitzschnell reagiert und die Schlagkraft umgehend auf drei Ruderer erhöht. Nach der Flaute setzte leichter Mitwind ein und seit da hat das Team vielfach Mitwind von 10 bis 15 Knoten. Am Freitagnachmittag setzten endlich auch die erwarteten Wellen ein. Diese sind bis vier Meter hoch und somit kommt Jasmin 2 auf guten Speed.

Bedingungen für einen Weltrekord zu wenig gut

Was inzwischen klar ist: Das Boot wird das zweite Ziel nicht erreichen. Widmer, Hurni, Möckli und Groza wollten nebst dem Sieg auch den bestehenden Weltrekord unterbieten. Dieser liegt bei 29 Tagen, 14 Stunden und 34 Minuten. Diese Marke lief am Montag ab. «Nebst dem Sieg war im Mindset des Teams stets die Zahl 29 und den damit verbunden Weltrekord, wenn immer irgendwie möglich, zu schlagen. Die Prognosen waren leider nicht vielversprechend», sagt Yves Neupert.

Aus diesem Grund habe man sich am Vorabend des Starts in La Gomera am 12. Dezember entschieden, die südliche Route anzufahren, in der Hoffnung, dass wenigstens die eine oder andere Prognose eintreffen könnte. Daraus wurde nichts: Die Wettersysteme änderten sich im Laufe des Rennens beinahe stündlich, sodass die Realisierung eines neuen Weltrekordes praktisch unmöglich wurde. «Wir hatten einige ‹komplizierte› Wettersysteme mit Gegenwind», erklärt Yves Neupert. Umso höher sei die Leistung des Teams einzustufen.

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