Koblenz
Asylunterkunft Koblenz: Komitee gibt nicht auf und droht mit Demonstration

Die Gegner der Asylunterkunft im Verenahof in Koblenz kämpfen weiter – trotz Regierungsrats-Erklärung. Sie drohen nun mit einer Demonstration.

Pirmin Kramer
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Der Kanton Aargau will im Verenahof Asylbewerber unterbringen.

Der Kanton Aargau will im Verenahof Asylbewerber unterbringen.

Emanuel Per Freudiger

Der Regierungsrat hat vor wenigen Tagen das Postulat der Zurzibieter Grossräte abgelehnt, das den Verzicht auf die Asylunterkunft in Koblenz fordert. Die Situation bei der Unterbringung von Asylsuchenden sei derart angespannt, dass nicht auf die Realisierung von zusätzlichen Asylunterkünften verzichtet werden könne, heisst es in der Begründung (az vom 23.2.)

Mario Erdin vom Komitee gegen das Asylzentrum gibt sich kämpferisch: «Der Entscheid des Regierungsrates ist für uns keine Niederlage. Wir haben mit diesem Entscheid gerechnet.» Das Komitee habe Regierungsrätin Susanne Hochuli mitgeteilt, dass man bereit sei, Widerstand zu leisten. Grundsätzlich möchte das Komitee ein Asylzentrum in dieser Grösse und dieser Konstellation mit rechtlichen Mitteln verhindern, wie Erdin sagt. «Wenn wir unsere Ziele auf rechtlichem Weg nicht erreichen können, werden wir aber nicht klein beigeben. Ich bin überzeugt, dass der Unmut im Zurzibiet so ausgeprägt ist, dass eine Grossdemonstration gegen das Asylzentrum durchgeführt werden könnte.»

Weit über 300 Einsprachen seien gegen das Asylzentrum eingegangen – es gebe neben Sicherheitsbedenken weitere gewichtige Gründe für einen Verzicht, etwa die menschenunwürdigen Platzverhältnisse, so Erdin. Das Komitee plädiert für eine nach Einwohnerzahl gerechte Verteilung im Kanton. «Wir Koblenzer haben bereits viele Lasten zu tragen für die Allgemeinheit, wie zum Beispiel Zoll, Stau, Hochspannungsleitungen und die schwache Finanzlage. Ein Asylzentrum würde sich negativ auf das Dorf und die nähere Umgebung auswirken.»

Nebel: «Jetzt wird es schwierig»

FDP-Grossrat Franz Nebel, Sprecher der Postulanten, sagt: «Es wird jetzt sehr schwierig, das Asylzentrum noch verhindern zu können.» Man habe nach den Diskussionen der letzten Wochen um Asylzentren in Bremgarten und Brugg leider mit dem negativen Entscheid des Regierungsrates rechnen müssen. «Der Regierungsrat will das Asylzentrum erzwingen. Uns bleibt nur die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, dass das Postulat im Grossen Rat doch noch überwiesen wird.»

Dass der Regierungsrat schreibe, die Argumente der Postulanten seien dieselben wie in den anderen Regionen, sei enttäuschend. Nebel: «Konkrete Probleme in Koblenz werden in der Antwort einfach ausgeblendet.» Im nahegelegenen Rekingen bestehe bereits eine Asylunterkunft mit 90 Plätzen, total 150 Asylbewerber im Zurzibiet seien zu viel.

Nebel hofft, dass nun schnellstmöglich grössere Asylzentren im Aargau mit 300 bis 500 Unterkunftsplätzen entstehen, sodass es weniger kleinere Unterkünfte in den Regionen brauche.

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