Leuggern
Asylunterkunft Felsenau: Gemeinde weist Baugesuch des Kantons zurück

Rückschlag für den Kanton in Sachen Asylunterkunft Felsenau: Der Gemeinderat Leuggern findet Mängel beim Baugesuch, das der Kanton eingereicht hatte.

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Asyl-Unterkunft im «Bahnhof» in Felsenau
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Im Dezember 2015 wurde bekannt: Der Kanton Aargau eröffnet im Januar eine grosse Asylunterkunft im Restaurant-Hotel "Bahnhof" in Felsenau, einem 180-Seelen-Ortsteil von Leuggern.
In der Hotel-Restaurant-Liegenschaft hat es Platz für bis zu 50 Asylbewerber, Mitte September 2016 sind dort 35 Personen untergebracht.
Auf dem grossen Parkplatz will der Kanton Container für 100 weitere Asylsuchende aufstellen.
Der Kanton schloss mit dem Eigentümer einen fixen Mietvertrag über zehn Jahre ab.
Die Asylsuchenden zogen im ersten Halbjahr 2016 ein.
Felsenau ist ein Ortsteil von Leuggern. Die Kantonsstrasse führt in Richtung Basel, in umgekehrter Richtung in zwei Minuten Autofahrt zum Grenzübergang Koblenz.
Die Eigentümer Sigmund Cueni und Daniela Makoski wohnten und wirteten in der Liegenschaft. Sie zogen ins Laufental. Cueni war seit 1994 Pächter und ist seit 2002 Besitzer des "Bahnhofs".
Die Speisekarte - es wird die letzte des Hotel-Restaurants Bahnhof sein.
Am Tag nach Publikwerden, dass das Hotel-Restaurant Bahnhof zur Asylunterkunft wird, ist es wegen dem Ruhetag geschlossen. Wenige Wochen später schliesst es definitiv.

Asyl-Unterkunft im «Bahnhof» in Felsenau

ZVG

Die Gemeinde Leuggern wehrt sich gegen den Erweiterungsbau im Ortsteil Felsenau für bis zu 100 Asylsuchende. Der Gemeinderat hat das eingereichte Baugesuch des Kantons aus baurechtlichen Gründen abgewiesen und das zuständige Departement gestern schriftlich informiert.

Damit geht das Ringen um eine Unterkunft beim Hotel/Restaurant Bahnhof in die nächste Runde. Die Abteilung Gesundheit und Soziales hat nun 30 Tage Zeit, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Mehrere Mängel

Zur Prüfung des Gesuchs zog die Gemeinde Raumplaner, Juristen und die verantwortliche Baukommission bei, wie Gemeindeammann Stefan Widmer auf Anfrage sagt. Dabei seien Mängel in der Zonenkonformität, Hindernisfreiheit und in der Ausstattung festgestellt worden. Zudem habe man bemerkt, dass das Bauvorhaben sich in der Wohn- und Gewerbezone befinde und demzufolge nicht bewilligungsfähig sei, so Widmer weiter. «Bei reinen Wohnbauten in dieser Zone sind nur Mehrfamilienhäuser mit mindestens vier Einheiten zugelassen.»

Das Departement Gesundheit und Soziales berät nun über die nächsten Schritte. Dabei werde man entscheiden, ob ein ordentliches Bauchgesuch eingeleitet werden soll, sagt Sprecherin Daniela Diener.

Stefan Widmer betont, dass man nebst den baurechtlichen Mängeln nach wie vor die Verhältnismässigkeit der vorgesehenen Unterkunft infrage stelle, in einem Ortsteil mit 180 Einwohnern, 150 Asylsuchende zu platzieren. Daniela Diener räumt ein, dass der Kanton auf jeden oberirdischen Platz angewiesen sei, zumal mehrere kantonale Unterbringungen nächstes Jahr geschlossen werden. (dws)