Schloss Bad Zurzach
Ammann Fuchs: «Momentan leidet der Unterhalt von Schloss und Park»

Die Antoine-Deusser-Stiftung findet für das Schloss in Bad Zurzach keinen Käufer. Egal, wie es weitergeht: Ammann Reto S. Fuchs hofft, dass der Schlosspark nicht geschlossen wird. Für die Gemeinde wäre ein Café wünschenswert.

Nadja Rohner
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Bad Zurzachs Ammann Reto S. Fuchs hofft, dass der Park vom Schloss öffentlich zugänglich bleibt.

Bad Zurzachs Ammann Reto S. Fuchs hofft, dass der Park vom Schloss öffentlich zugänglich bleibt.

ZVG/Walter Schwager (Archiv)

Niemand scheint das Schloss Bad Zurzach kaufen zu wollen (az vom 19.12.). Das über 100 Jahre alte Gemäuer steht schon seit 2009 leer. Es ist im Besitz der Antoine-Deusser-Stiftung.

Deren Stiftungsratspräsident Marco Bottani sprach im Frühling von drei möglichen Verkaufsvarianten: die Villa (inklusive Park) für 7 Millionen Franken, die Villa plus das Mehrfamilienhaus Barzstrasse 10 und zwei Baulandparzellen für total 12 Millionen Franken und das gesamte Areal mit Villa, den beiden Mehrfamilienhäusern Barzstrasse 10 und Hauptstrasse 68 plus die beiden Baulandparzellen für 18 Millionen Franken.

Diese Preise beruhen auf einem Gutachten aus dem Jahr 2012. Meldet sich kein Käufer, zieht die Stiftung eine Vermietung des Schlosses in Betracht. Doch was bedeutet das Schloss für Bad Zurzach, und welche Nutzung läge im Sinne der Gemeinde? Die az hat bei Gemeindeammann Reto S. Fuchs nachgefragt.

Herr Fuchs, das Schloss von Bad Zurzach ist ein Ladenhüter. Was soll damit geschehen, wenn es nach der Gemeinde ginge?

Reto S. Fuchs: Am besten wäre natürlich, wenn das Schloss und die Parkanlage öffentlich zugänglich wären. Es ist schade, dass das Museum im Schloss nicht mehr existiert – damit ging der Gemeinde ein kultureller Mehrwert verloren. Der Park ist aber nach wie vor ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bad Zurzacher.

Demnach wäre eine rein private Nutzung des Anwesens ein Verlust für Bad Zurzach.

Das Schlimmste wäre, wenn der Schlosspark komplett zugemacht würde. Für die Gemeinde wäre eine Erdgeschossnutzung mit öffentlichem Charakter wünschenswert – ein Café zum Beispiel. Damit bliebe der Park zugänglich. Noch lieber wäre es uns natürlich, wenn das Schloss durch eine Institution gekauft würde, die das ganze Gebäude für Besucher öffnet.

In Wohlen hat die Ortsbürgergemeinde eine historisch wertvolle Villa gekauft und zum Strohmuseum umgebaut. Auch Bad Zurzach hat Ortsbürger – weshalb kaufen sie das Schloss nicht?

Unsere Ortsbürgergemeinde verfügt leider nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für den Kauf des Schlosses – ganz zu schweigen vom Unterhalt. Und Sache der Einwohnergemeinde ist es auch nicht.

Sind Sie in Kontakt mit der Stiftung Antoine Deusser, der das Schloss gehört?

Ja, und wir haben unsere Wünsche dort auch angemeldet. Letztlich können wir aber nicht mehr tun. Uns ist einfach wichtig, dass es vorwärts geht. Momentan sieht man, dass der Unterhalt von Schloss und Park leidet.

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