Tegerfelden
Alt SVP-Grossrat Deppeler wehrt sich gegen Ausbau der Schulsozialarbeit

Im Surbtal wird über die Erweiterung eines Angebots abgestimmt. Es wird moniert, dass die Notwendigkeit eines solchen Angebots fehlt.

Daniel Weissenbrunner
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Bild von Tegerfelden mit der Surb.

Bild von Tegerfelden mit der Surb.

Sandra Ardizzone

Vor vier Jahren wurde die Schulsozialarbeit an der Kreisschule Surbtal eingeführt. Nun soll das Angebot in Form einer überregionalen Schulsozialarbeit deutlich ausgebaut werden. Diesen Sonntag wird über den Antrag abgestimmt. In Tegerfelden regt sich indes Widerstand von prominenter Seite. Alt Grossrat Walter Deppeler (SVP) stellt in einem Leserbrief, der von mehreren Personen mitunterzeichnet wurde, das Projekt in Frage.

2016 lehnten die Tegerfelder die Einführung der überregionalen Schulsozialarbeit an der Oberstufe deutlich ab. Die Gemeinde sei aber durch die anderen Surbtaler Gemeinden überstimmt worden, monieren die Kritiker. Bis heute würden keine nennbaren Erfolge der rund dreijährigen Tätigkeit der Schulsozialarbeit auf Stufe Kreisschule vorliegen. «Leider fehlen Fakten und Zahlen für deren Notwendigkeit in der Primarschule Tegerfelden.» Subjektive Wahrnehmungen aus der Schule würden nicht ausreichen, wird weiter bemängelt.

Zunahme von Mobbing und Gewaltbereitschaft

Anders sieht man das in der Arbeitsgruppe, die den Auftrag erhielt, die Situation zu beleuchten. Darin vertreten waren Behördenmitglieder (Gemeinderat, Schulpflege, Kreisschulpflege) aus Endingen, Freienwil, Lengnau, Tegerfelden und Würenlingen, sowie die Schulsozialarbeiterin der Kreisschule Surbtal und der Verwaltungsleiter der Gemeinde Lengnau. Gemäss der Lengnauer Gemeinderätin Hanni Jetzer (FDP), die das Projekt nach aussen vertritt, hätten die Primarstufen in den vergangenen Jahren einen dringenden Bedarf für die Einführung einer Schulsozialarbeit festgestellt. Man verzeichnete eine Zunahme von Mobbing und Gewaltbereitschaft.

Walter Deppeler.

Walter Deppeler.

AZ/Archiv

Deppeler und die Mitunterzeichner kommen zu einem anderen Schluss: Bereits heute habe es genügend regionale Angebote, die durch Steuergelder finanziert würden, wie Jugend-, Ehe- und Familienberatung, psychologische Dienste, Suchtberatung und regionaler Sozialdienst. Die zusätzlich veranlagten jährlichen Kosten von rund 22'000 Franken für Tegerfelden seien gebunden und könnten nicht bei einem allfälligen schwierigen Budgetprozess gekürzt werden.