Leibstadt
AKW noch nicht am Netz – Dampf aus dem Kühlturm irritiert Atomkraft-Gegner

Wenn das AKW Leibstadt nicht am Netz ist, kann trotzdem Dampf aus dem Kühlturm aufsteigen.

Philipp Zimmermann
Drucken
Teilen
Dampf aus dem Kühlturm das AKW Leibstadt

Dampf aus dem Kühlturm das AKW Leibstadt

ZVG/Monika Herrmann-Schiel

Dampf über dem Kühlturm des AKW Leibstadt sorgt für Aufregung bei Atomkraft-Gegnern. Zu sehen ist dieser auf einem Foto, das Monika Herrmann-Schiel, Sprecherin der deutschen Bürgerinitiative Zukunft ohne Atom, per Mail an andere Atomkraft-Gegner geschickt hat. Aufgenommen habe sie es am Donnerstag, um 10.15 Uhr. Vor rund zwei Wochen hatte sie auf dem Blog der Bürgerinitiative ein anderes Foto gepostet, das auch schon etwas Dampf über dem Kühlturm zeigt. Kommentiert wird es auf dem Blog mit den Worten: "Ist jetzt schon Mitte Februar oder wollen die nur spielen?"

Das AKW Leibstadt befindet sich am Rhein, der in Leibstadt die Grenze zu Deutschland markiert.

Das AKW Leibstadt befindet sich am Rhein, der in Leibstadt die Grenze zu Deutschland markiert.

HO/KKL

Für Monika Herrmann-Schiel ist der Dampf offenbar ein Beleg dafür, dass das AKW schon wieder in Betrieb ist. So schreibt sie in ihrem Mail: "Im Netz findet sich weder eine Mitteilung des AKW Leibstadt noch des Ensi, dass das AKW an Netz geht." Die Betreiberin Kernkraftwerk Leibstadt AG hatte Anfang Woche mitgeteilt, dass das AKW erst am Freitag wieder ans Netz gehen soll. Nötig dafür ist grünes Licht von der Aufsichtsbehörde, dem Ensi.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative befindet sich allerdings auf dem Holzweg. Das Kernkraftwerk Leibstadt sei nach wie vor nicht am Netz, wie Mediensprecherin Karin Giacomuzzi der az bestätigt. "Wir haben bis jetzt noch keine Freigabe vom Ensi für das Wiederanfahren", ergänzt sie.

Immer wieder Anfragen aus Bevölkerung

Dass Dampf aus dem Kühlturm in den Himmel steigt, obwohl das AKW noch nicht wieder angestellt ist, sei nicht ungewöhnlich. "Die Anlage ist parat zum Wiederanfahren. Zuvor finden jeweils verschiedene Tests dafür statt", erläutert Giacomuzzi. Dabei entstehe Dampf. Personen aus der Bevölkerung kann das gerade bei sonnigem oder wolkenlosem Wetter auffallen. "Wir erhalten darum immer wieder Anfragen aus der Bevölkerung", sagt Giacomuzzi.

Die Tests seien zugleich Überprüfungsschritte, die für die Ensi-Freigabe nötig sind. Erst wenn die Tests gut verlaufen, gebe die Aufsichtsbehörde grünes Licht. "Wird das Kernkraftwerk hochgefahren und an das Stromnetz angeschlossen, kommunizieren wir das umgehend", versichert die Sprecherin.

Update: Am späten Donnerstagnachmittag erteilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi dem AKW Leibstadt die Freigabe zum Wiederanfahren.

Aktuelle Nachrichten