Atomenergie
AKW Leibstadt darf Legionellen mit Javelwasser bekämpfen

Die Atomaufsichtsbehörde Ensi hat die Freigabe gegeben: Das AKW Leibstadt darf die Legionellen im Hauptkühlwasser mit Javelwasser bekämpfen. Vor fünf Jahren wurden erhöhte Werte an Legionellen gemessen, die tödliche Krankheiten hervorrufen können.

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Das AKW Leibstadt darf Javelwasser einsetzen, um die Legionellen zu bekämpfen

Das AKW Leibstadt darf Javelwasser einsetzen, um die Legionellen zu bekämpfen

Keystone

Das AKW Leibstadt darf die Legionellen im Hauptkühlwasser definitiv und unbefristet mit Javelwasser und Wasserstoffperoxid bekämpfen. Die Freigabe der Atomaufsichtsbehörde ENSI ist an mehrere Auflagen gebunden.

Das KKL muss dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), dem Kanton Aargau, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) monatlich über den Einsatz der chemischen Mittel Bericht erstatten. Bei der Bekämpfung der Legionellen dürfen nur Mittel verwendet werden, die gemäss der Biozidprodukteverordnung zugelassen sind, wie das ENSI am Freitag mitteilte.

Basis der Freigabe sind Stellungnahmen des BAG, des BAFU, des Kantons Aargau und des Landkreises Waldshut. Mit dem regelmässigen Einsatz von Javelwasser (Natriumhypochlorit) und Wasserstoffperoxid wird das KKL verpflichtet, den Legionellenwert unterhalb des Eingreifwerts zu halten, der vom BAG festgelegt wurde.

Legionellen sind Keime, welche die unter Umständen tödlich endende Legionärs-Krankheit hervorrufen können. Im Herbst 2010 wurden im KKL-Hauptkühlwasser erhöhte Werte an Legionellen gemessen. Seither setzte das KKL verschiedene Mittel zur Bekämpfung ein und untersuchte deren Wirkung.

Die Kombination von Javelwasser und Wasserstoffperoxid zeigte bisher die besten Ergebnisse. Regelmässige Behandlungen sind weiterhin notwendig, um das Wachstum der ständig durch Wasser oder Luft in das Kühlsystem eingetragenen Legionellen gering zu halten.

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