Zurzibiet
Acht Baustellen machen die Grenzregion Zurzibiet zum Stau-Bezirk

In den nächsten Wochen und Monaten kommt es im Zurzibiet zu Verkehrsbehinderungen – wegen acht Baustellen auf wichtigen Kantonsstrassen. Die Grenzbrücke in Koblenz etwa wird wegen einer Sanierung für drei Monate geschlossen

Nadja Rohner
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Links Stau am Grenzübergang Koblenz (Archiv). Dort wird zurzeit gebaut und demnächst die Zollbrücke gesperrt. Rechts die Übersicht zu den Baustellen im Zurzibiet.

Links Stau am Grenzübergang Koblenz (Archiv). Dort wird zurzeit gebaut und demnächst die Zollbrücke gesperrt. Rechts die Übersicht zu den Baustellen im Zurzibiet.

ZA/AZ

Autofahren im Bezirk Zurzach kostet dieses Jahr Nerven: Gleich mehrere Baustellen verursachen Verkehrsbehinderungen. Die Zurzibieter fragen sich: Muss das sein – könnte man die Sperrungen und Umleitungen nicht besser aufeinander abstimmen?

Die meisten Bauprojekte werden vom Kanton realisiert. «Die Abteilung Tiefbau achtet darauf, dass trotz der Baustellen der Verkehrsfluss und die Sicherheit so wenig wie möglich beeinträchtigt sind», sagt Benno Schmid, Leiter Kommunikation beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Man koordiniere die Baustellen in den einzelnen Regionen, damit möglichst wenig gleichzeitige Einschränkungen entstehen. Bei der Entscheidung, welche Unternehmen Bauaufträge für stark befahrene Strassen erhalten, beziehe das BVU zudem die jeweils veranschlagte Bauzeit ein.

Schmid betont, dass es keineswegs aussergewöhnlich viele Baustellen im Zurzibiet gebe: «Die aktuelle Zahl liegt im Rahmen der Vorjahre. Speziell ist momentan höchstens, dass Achsen wie die Rheinbrücke in Koblenz oder die ‹Steig› in Tegerfelden für einen gewissen Zeitraum komplett gesperrt werden.»

Für diese Vollsperrungen gebe es gute Gründe: «Die Bauzeit lässt sich erheblich reduzieren, weil sich Baustellenbetrieb und Verkehr nicht gegenseitig behindern.»

Zudem sind Totalsperrungen laut Schmid sicherer für Bauarbeiter und Verkehrsteilnehmer – Letztere müssen sich so nicht an eine neue Verkehrsführung gewöhnen. Wie heikel dies sein kann, zeigt das Beispiel Schneisingen: Bei der Baustelle «Halde» ereignen sich wegen der geänderten Vortrittsregelung oft brenzlige Situationen.

Baustellen-Stau gebe es derzeit vor allem in Koblenz – «allerdings kam es dort auch ohne Baustelle wiederholt zu Verkehrsbehinderungen», sagt Schmid. «Mit der Brückensperrung im Sommer wird sich die Stausituation auf die benachbarten Grenzübergänge verlagern. Wir werden die Entwicklung beobachten und wo nötig Massnahmen einleiten.»

Schmid hat Verständnis dafür, dass sich die Verkehrsteilnehmer über die Bauerei ärgern. «Sie ist aber notwendig, um die Strasseninfrastruktur instand zu halten und zu erweitern.»
Diese Strassen-Projekte beschäftigen das Zurzibiet heute:

Koblenz: Kreisel

Projekt: Ausbau der Bahnhofstrasse mit neuem Kreisel, Sanierung des Belags und der Werkleitungen.

Kosten: 5,8 Mio. Franken

Dauer: November 2013 bis Frühjahr 2015

Verkehr: Zweispurige Verkehrsführung während des Kreiselbaus, Verkehrsdienst an der Rheinbrücke, Lichtsignalanlage.

Koblenz: Brücken-/Zollsanierung

Projekt: Ersatz des Korrosionsschutzes, Instandsetzung von Beleuchtung und Absturzsicherung, Belagserneuerung. Gleichzeitig finden auch auf deutscher Seite Strassenarbeiten statt (Knoten Zoll/B34).

Kosten: 3 Mio. Franken

Dauer: 30. Juni bis 22. September 2014 (Vorarbeiten seit März)

Verkehr: Dreimonatige Sperrung der Rheinbrücke und des Zolls für den motorisierten Verkehr ab 30. Juni. Langsamverkehr und öffentlicher Verkehr sind nicht beeinträchtigt, es gibt öV-Sonderangebote. Lastwagen werden über die Zollstelle Stein - Säckingen geleitet, der Individualverkehr über Laufenburg und Bad Zurzach. Geprüft hat das BVU auch den Bau einer Ersatzbrücke durch die Armee. «Da bei der bestehenden Brücke die Platzverhältnisse zu knapp sind und diese Variante finanziell unverhältnismässig war, wurde sie verworfen», so Schmid. Auf deutscher Seite ist das Ufer zudem eine Schutzzone.

Rekingen: Belagerneuerungen

Projekt: Verlegung der Bushaltestellen bei der Solvay AG, neue Fussgängerschutzinseln, Aufhebung des westlichen Anschlusses des Sodaquartiers und Bau eines Wendeplatzes, Sanierung der Werkleitungen und Erneuerung der Strassenentwässerung.

Kosten: 4,1 Mio. Franken

Dauer: März 2013 bis Juli 2015

Verkehr: Lichtsignalanlage, zeitlich beschränkte Sperrungen von Quartierstrassenein- und -ausfahrten.

Tegerfelden: Erneuerung «Steig»

Projekt: Hangsicherung mit Spritzbeton, Ersatz der Leitmauer.

Kosten: 5,4 Mio. Franken

Dauer: 1. Etappe: April 2014 bis 27. Juni 2014, 2. Etappe: 22. September 2014 bis März 2015

Verkehr: Die «Ruckfeld»-Strecke ist gesperrt, die Umleitungen führen via Endingen oder Döttingen. In Endingen ist bei der Einmündung der Hirschengasse (aus Richtung Würenlingen) in die Surbtalstrasse während der Hauptverkehrszeiten ein Verkehrsdienst im Einsatz. Endingens Ammann Lukas Keller spricht von deutlichem Mehrverkehr. Die Arbeiten werden während der Sperrung der Brücke in Koblenz unterbrochen.

Lengnau: Lärmsanierung

Projekt: Entlang der Surbtalstrasse wird eine rund 180 Meter lange, zwischen 2,75 und 3,25 Meter hohe Lärmschutzwand aus Holz gebaut.

Kosten: 600 000 Franken

Dauer: März bis Juni 2014

Verkehr: Lichtsignal mit Bussbevorzugung, das während der Stosszeiten vom Verkehrsdienst geregelt wird. Am Wochenende werden die Abschrankungen von der Fahrbahn entfernt, das Lichtsignal wird auf gelb-blinkend gestellt.

Siglistorf: Neue Belchenstrasse

Projekt: Neuanschluss und Sanierung der Belchenstrasse, Rückbau der alten Belchenstrasse, Erweiterung des Bachdurchlasses, neue Werkleitungen.

Kosten: 4,8 Mio. Franken

Dauer: August 2013 bis Dezember 2014

Verkehr: Vollsperrung mit Umleitung via Rümikon/Wislikofen seit Februar. Geplant war, die Strasse ab 17. Mai wieder freizugeben. Nun wurde entschieden, die Vollsperrung der Belchenstrasse um drei Wochen bis zum 6. Juni 2014 zu verlängern. Damit können dank des guten Wetters sämtliche Bauarbeiten auf diesem Abschnitt (inkl. Deckbelagseinbau) früher abgeschlossen und die Strasse wieder freigegeben werden. Ursprünglich wollte man den Deckbelag erst später einbauen. Beim Neuanschluss wird der Deckbelag im September eingebaut.

Schneisingen: Kreisel «Halde»

Projekt: Neubau Kreisel, Strassensanierung in Richtung Murzlenstrasse, drei neue Brücken über den Hünikerbach (verbunden mit offener Bachgestaltung), zwei Bushaltestellen, Sanierung der Werkleitungen.

Kosten: 4,5 Mio. Franken sind veranschlagt. Wegen des sehr schlechten Baugrunds werden aber deutliche Mehrkosten entstehen.

Dauer: Oktober 2013 bis Juni 2015

Verkehr: Probleme mit geänderter Vortrittsregelung auf der Surbtalstrasse führten zu mindestens einem Unfall. Gelegentlich Stau.

Mellikon: Rheintalstrasse

Projekt: Sanierung des Belags und der Werkleitungen.

Kosten: 1,2 Mio. Franken

Dauer: April bis Oktober 2014

Verkehr: Lichtsignalanlage, die zu Stosszeiten von Hand geregelt wird.