Industrie
ABB schliesst Fabrikteil und streicht 37 Stellen in Kleindöttingen und Dättwil

ABB stellt die Produktion von getriebelosen Mühlenantrieben in der Schweiz ein. Von der Schliessung sind insgesamt 50 Mitarbeitende im Aargau und in Birsfelden BL betroffen, davon 22 in Kleindöttingen und 15 in Baden-Dättwil.

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Solche getriebelose Mühlenantriebe produziert die ABB – in der Schweiz wird die Produktion nun aber eingestellt.

Solche getriebelose Mühlenantriebe produziert die ABB – in der Schweiz wird die Produktion nun aber eingestellt.

Youtube.com/ABB

Das Werk in Birsfelden wird per Ende Oktober geschlossen. Am Standort Kleindöttingen wird die Produktion von getriebelosen Mühlenantrieben Ende Januar 2015 eingestellt. Die beiden anderen Geschäftsbereiche an diesem Standort bleiben, wie ABB am Mittwoch mitteilte. Das Engineering wurde von Baden-Dättwil aus getätigt.

Der Konzern begründet den Schritt mit dem Rückgang der Aufträge im globalen Minengeschäft. Dieses befinde sich in einer anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation. Man sehe sich gezwungen, die Kapazitäten und Strukturen anzupassen.

ABB liefert für grosse Industrieanlagen wie Minen die elektrische Ausrüstung und Prozesskontrollsysteme, Motoren, Generatoren sowie die Instrumentation und Analysesysteme.

Sozialplan für Mitarbeitende

Für die Mitarbeitenden an den Standorten Birsfelden, Kleindöttingen und Baden-Dättwil besteht ein Sozialplan. Ein innerbetriebliches Arbeitsmarktzentrum sowie externe Partner unterstützten die Betroffenen bei ihrer Neuorientierung, hält der Konzern fest.

ABB arbeite eng mit der Arbeitnehmervertretung zusammen und sei zuversichtlich, für möglichst alle Betroffenen eine interne oder externe Lösung zu finden, heisst es weiter.

Der Industriekonzern hatte im Mai die Schliessung der beiden Produktionsstätten angekündigt und ein Konsultationsverfahren mit der betrieblichen Arbeitnehmervertretung eingeleitet.

«Andere Geschäftsbereiche in Kleindöttingen sind von den Restrukturierungsmassnahmen nicht betroffen», erklärt Mediensprecherin Michelle Kindhauser gegenüber der az. Zurzeit beschäftigt ABB in Kleindöttingen insgesamt 150 Mitarbeitende, im benachbarten Klingnau sind es rund 110 Mitarbeitende. In den letzten Jahren hat ABB seine Aktivitäten im Unteren Aaretal deutlich ausgebaut.

Fabrik in Spanien produziert weiter

Auch in Bilbao stellt ABB – wie in Birsfelden und Kleindöttingen (Montage) – Maschinen fürs Minengeschäft her. Wie ABB im Mai gegenüber der az mitgeteilt hatte, ist die ABB-Gesellschaft dort nicht vom Stellenabbau betroffen. Das Werk dort leide nicht unter einer tiefen Auslastung.

Die Fabrik in Bilbao übernahm ABB Ende Juli 2013 von der Alstom. Dort stellt sie dieselben getriebelosen Mühlenantriebe her wie in der Schweiz, aber erst noch in der Palette von klein über mittelgross bis gross. Das ist deshalb von Interesse, weil ABB in der Schweiz nur kleine und mittelgrosse Maschinen produziert. (sda/pz)

Die ABB-Fabrik befindet sich im Industriegebiet Kleindöttingen.
3 Bilder
Die Montage findet in Kleindöttingen statt - im Bild Statorstäbe.
ABB-Bereich getriebelose Mühlenantriebe

Die ABB-Fabrik befindet sich im Industriegebiet Kleindöttingen.

zvg