Klingnau
Aargau will den Deutschen den Öko-Strom-Hahn zudrehen

Das Wasserkraftwerk Klingnau produziert sauberen Strom für Deutschland. Rund einen Drittel des hier generierten Stroms fliesst zu unseren Nachbarn. Damit soll bald Schluss sein. Der Kanton Aargau sucht neue, nichtdeutsche Partner.

Raffael Schuppisser
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Kraftwerk Klingnau soll keinen Strom nach Deutschland liefern.

Kraftwerk Klingnau soll keinen Strom nach Deutschland liefern.

Walter Schwager

Für 66‘000 Haushaltungen produziert das Wasserkraftwerk Klingnau heute Öko-Strom. Rund ein Drittel davon fliesst nach Deutschland, weil ein deutsche Stromunternehmen am Werk beteiligt ist.

Diesen Stromabfluss will der Kanton Aargau künftig verhindern. Als Folge davon verliert die bisherige Betreiberin Aarewerke AG, an der das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE AG) zu 30 Prozent beteiligt ist, per 2015 die Konzession.

Strom soll im Aargau bleiben

«Wir möchten, dass die in Klingnau produzierte Energie für die Versorgungssicherheit der Schweiz zur Verfügung steht», erklärt Werner Leuthard, Leiter der Abteilung Energie des Kanton Aargau, gegenüber dem Regionaljournal DRS. Dies sei mit der jetzigen Zusammensetzung der Partner allerdings nicht garantiert.

Die RWE AG selbst hält zwar nur 0,6 Prozent des Aktienkapitals der Aarewerke. Sie ist aber mit ihren beiden Tochterfirmen Finelectra AG und Securum AG an den Aarewerke beteiligt. Die Finelectra AG hält 25 Prozent der Aktien, die Securum AG 4,4 Prozent. Dies macht es möglich, dass 30 Prozent des Stroms auch tatsächlich nach Deutschland fliessen.

Kanton kann Konzessionäre auswählen

Die Konzession, welche 2015 ausläuft, hatte 80 Jahre bestand. Für die Neuvergabe der Bewilligung hat der Kanton diverse Energieunternehmen eingeladen, sich zu bewerben. Öffentlich ausschreiben muss er die Konzession jedoch nicht. Noch dieses Jahr will der Kanton entscheiden, wer die Bewilligung erhält.

Wen den Kanton zur Bewerbung eingeladen hat, wollen die Verantwortlichen nicht preisgeben. Hauptbeteiligter an den Aarewerke AG ist zurzeit ist die AEW Energie AG. Sie hält 35 Prozent des Aktienkapitals. «Wir sind daran interessiert, weiterhin Energie aus dem Kraftwerk Klingnau zu beziehen», sagt Peter Bühler, Geschäftsführer der AEW Energie AG, gegenüber der az. Ob die AEW allenfalls ihre Beteiligung erhöhen wird, will Bühler zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen.

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