Zurzibiet
98 zusätzliche Pflegebetten sind im Bezirk in Planung

Im Spital Leuggern fand ein Gemeindeseminar zum Thema Langzeitpflege statt – zu reden gab die Finanzierung. Denn in Planung befinden sich insgesamt 98 zusätzliche Pflegebetten.

Louis Probst
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Regierungsrätin Susanne Hochuli bei ihrer Präsentation.

Regierungsrätin Susanne Hochuli bei ihrer Präsentation.

Gerry Thönen

«Wir haben noch nicht die Lösung, aber wir haben eine gute Ausgangslage»: Dieses Fazit zog Felix Binder, der Präsident des Planungsverbandes Zurzibiet, am Schluss des Gemeindeseminars zum Thema Langzeitpflege. Immerhin hat das Seminar des Planungsverbandes aufgezeigt, dass dem erheblichen Bedarf am Langzeitpflegeplätzen, der sich auch im Bezirk Zurzach abzeichnet, begegnet wird.

In Planung befinden sich insgesamt 98 zusätzliche Pflegebetten. Das Regionale Altersheim Unteres Aaretal in Döttingen plant die Erweiterung des Pflegebereiches um 24 Betten. Zurzeit wird ein Wettbewerb vorbereitet. Bei der Stiftung Alters- und Pflegeheim Pfauen Bad Zurzach werden Überlegungen für den Ausbau auf 80 bis 100 Pflegebetten, allenfalls in einem Neubau, angestellt. Und bei der WirnaVita AG in Würenlingen steht die Erweiterung von heute 32 auf 64 Pflegebetten vor der Realisierung. Das Investitionsvolumen für die zusätzlichen 98 Pflegebetten dürfte sich bei 35 Millionen Franken bewegen.

Pflege kostet

Am Seminar ist auch die Vielfalt der Strukturen der Pflegeinstitutionen im Zurzibiet zum Ausdruck gekommen -- vor allem bei den Finanzierungsmodellen. Die vom Gesetzgeber geforderte Umstellung auf die Vollkostenrechnung dürfte daher gewisse Herausforderungen mit sich bringen. Nicht nur für die Betreiber. «Wir nehmen die durch die Vollkostenrechnung entstehenden Taxerhöhungen in Etappen vor, um den Schock für unsere Bewohnerinnen und Bewohner etwas zu mildern», meinte jedenfalls der Vertreter einer Pflegeinstitution.

Zwar haben auch im Zurzibiet viele Gemeinden finanzielle Vorleistungen für die Langzeitpflege erbracht. Demgegenüber scheint in einigen Gemeinden aber Funkstille darüber zu herrschen, wie man gedenkt, der Forderung des Pflegegesetzes nach «Planung und Sicherstellung eines bedarfsgerechten und qualitativ guten Angebotes der ambulanten und stationären Langzeitpflege» nachzukommen. «Wichtig ist, dass alle Gemeinden irgendwo strukturell eingebunden sind», betonte aber Felix Binder. Immerhin könnte das «Abseitsstehen» dieser Gemeinden für ihre pflegebedürftigen Einwohnerinnen und Einwohner durch «Auswärtigenzuschläge» – wie sie auch von Pflegeinstitutionen im Zurzibiet erhoben werden – erhebliche finanzielle Folgen haben.

Zum Gemeindeseminar hatten sich am Dienstag im Spital Leuggern Vertreter von Mitgliedsgemeinden des Planungsverbandes Zurzibiet, Grossrätinnen und Grossräte aus dem Bezirk sowie Vertreter jener Institutionen eingefunden, die im Zurzibiet stationäre Langzeitpflege anbieten.

In einem ersten Teil gab Regierungsrätin Susanne Hochuli einen «Werkstattbericht» aus dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ab. Robert Rhiner, Leiter Gesundheitsversorgung im DGS, orientierte über Spitalplanung und Spitalfinanzierung und Urs Niffeler, stellvertretender Leiter Gesundheitsversorgung im DGS, ging auf die Planung und Finanzierung der Langzeitpflege und die sich daraus für die Gemeinden ergebenden Aufgaben ein. Im zweiten Teil des Seminars orientierte Peter Bühlmann, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Pflegekonzept Zurzibiet, über den aktuellen Stand der Arbeiten und Vertreter von Anbietern von Langzeitpflege stellten ihre Institutionen vor.